Bourrignon

Polit. Gem. JU, Bez. Delsberg. Auf einer Terrasse am Nordhang der Kette von Les Rangiers. B. liegt an einer wichtigen alten Strasse, welche das Tal von Delsberg mit Lützel, dem Eingangstor zum Elsass, verband. 1136 Borognuns, 1295 Burgis, dt. früher Bürkis. 1818 226 Einw.; 1850 359; 1870 382; 1900 330; 1950 312; 1980 221; 2000 286. Von der 1. Hälfte des 11. Jh. an besass die Zisterzienserabtei Lützel in B. Wälder und Ländereien, welche sie weiterverpachtete. B. war eines der 13 freien Dörfer der Herrschaft Delsberg, die bis 1792 eine der Vogteien des Fürstbistums Basel war. Nach der Eroberung durch die Franzosen gehörte B. zunächst zum Dep. Mont-Terrible, dann zum Dep. Haut-Rhin. 1815-1978 war die Gem. Teil des bern. Oberamts bzw. Amtsbez. Delsberg. Seit 1854 existieren nebeneinander eine Bürger- und eine Einwohnergemeinde. Das 1181 als Pfarrkirche belegte Gotteshaus war 1874-1935 Filiale der Pfarrei Pleigne. Der bestehende Barockbau der Kirche Saint-Sébastien wurde 1747-49 erbaut und erhielt 1774 den Frontturm. Die Restaurierung (1974-77) förderte einen Münzschatz des 17. Jh. zutage. Im 16. Jh. bearbeitete eine Schmiede das Roheisen des ab 1516 betriebenen Hochofens von Charmoille. B. hat das Aussehen eines Bauerndorfs bewahrt, obwohl 1990 43% der Erwerbstätigen Wegpendler waren. Auf Les Ordons, dem höchsten Punkt der Gem. (999 m), steht eine regionale Radio-/TV-Relaisstation.


Literatur
– L. Vautrey, Notices historiques sur les villes et les villages du Jura bernois 5, 1880, 83-110, (Neudr. 1979)

Autorin/Autor: François Kohler / AW