No 9

Greyerz, Michael von

geboren vor 1539, gestorben Febr. 1575 im Burgund. Sohn des Johann (II.), Gf. von G., und der Marguerite de Vergy. ∞ 1553 Madelaine de Miolans, Witwe des François, Frh. von Alègre. Jugend am Hof des franz. Kg. Franz I. Mitglied des Löffelbunds. G. war mehrmals Truppenführer oder Diplomat im Dienst des franz. Königs oder des Kaisers, auch als er bereits Graf war. Als letzter Gf. von G. (1539-54) kämpfte er gegen grosse finanzielle Probleme. 1548 wurde die Grafschaft G. von der Eidgenossenschaft als zugewandter Ort anerkannt. 1554 übernahm Freiburg endgültig das verpfändete Corbières. G. konnte seine Schulden nicht mehr bezahlen und floh nach Oron, später nach Burgund. Die Tagsatzung verfügte 1554 seinen Konkurs und die Grafschaft wurde unter seinen Hauptgläubigern Freiburg und Bern aufgeteilt. G. fand weder beim franz. König noch beim Kaiser Hilfe. Wegen seines höfischen Lebensstils und aufgrund seiner übertriebenen Ambitionen wurde er zur Legende. Er prägte eigene Münzen und versuchte, mit Hilfe von Alchimisten zu Reichtum zu kommen.


Literatur
– J.-J. Hisely, Histoire du Comté de Gruyère 3, 1857
– J. Niquille, «Les dernières lettres du comte Michel à ses sujets gruyèriens», in Ann. frib. 10, 1922, 10-22
– H. Rennefahrt, «Der Geltstag des letzten Gf. von G.», in ZSG 22, 1942, 321-404
– H. Naef, «L'alchimiste du Comte de Gruyère», in Mélanges Charles Gilliard, 1944, 675-687
– N. Morard «Les comtes de Gruyère», in Les pays romands au Moyen Age, hg. von A. Paravicini Bagliani et al., 1997, 199-210
– B. Andenmatten «Les comtes de Gruyère», in Patrimoine Fribourgeois 16, 2005, 6-15

Autorin/Autor: Ursula Birchler