Troinex

Polit. Gem. GE, am linken Ufer der Arve gelegen, aus den Ortsteilen La Grand'Cour, T.-Ville, T.-Dessus, T.-Dessous und Marsillon bestehend. Um 1100 Triuniacum (unsicher), 1201 Tronaco, Troisnacum, Trosnay, Troisna. 1518 36 Haushalte; 1822 176 Einw.; 1850 247; 1900 329; 1950 706; 2000 2'030. Im Gemeindegebiet kamen neolith. Keramikfragmente und ein römerzeitl. Grab zum Vorschein. 1819 wurde ein megalith. Ensemble aus der Jungsteinzeit entdeckt, darunter der Granitblock Pierre-aux-Dames, benannt nach den vier weibl. Figuren, die den Menhir verzieren. Die vor 1201 errichtete Pfarrei T. umfasste den Weiler Mugnay, der nach der Pest von 1343 abging. Die Pfarrkirche Saint-Saturnin wird 1275 erstmals erwähnt; sie überlebte die Reformation nicht. Durch die Ortschaft fliesst die Drize. Um die an ihr gelegene, 1295 belegte Mühle entwickelte sich der Weiler La Grand'Cour. Ab 1302 gehörte das Dorf dem Priorat Saint-Victor in Genf. Das Kloster und die Herren de Ternier und dann ab 1401 die Gf. von Savoyen teilten sich die versch. Lehen. Während der Reformation wurde T. der Kirchgemeinde Bossey angegliedert, bevor es später wieder zum kath. Glauben zurückkehrte. Der östl. Teil der Gem. war von ausgedehnten Sümpfen bedeckt, die man ab 1743 und nochmals 1779 trocken zu legen versuchte (Torfabbau). Weitere Entwässerungen erfolgten 1941-42. Obwohl viele Genfer in T. über Besitz verfügten, wurde der Ort im Turiner Vertrag 1754 Savoyen zugeschlagen. 1792-98 zählte die Gem. zum franz. Dep. Mont-Blanc, ab 1798 zum Dep. Léman. 1816 wurde sie an Genf abgetreten (Communes réunies). Nach kurzer Vereinigung mit der Gem. Veyrier wurde T. 1817 selbstständig. Die 1958-59 erbaute Kirche Sainte-Marie-Madeleine ersetzte eine Holzkapelle von 1931. Das ref. Gotteshaus wurde 1958, die armen.-apostol. Kirche Saint-Hagop 1969 geweiht. 1907-52 bediente die Strassenbahn Carouge-Collonges-sous-Salève das Dorf. Bis zu Beginn des 21. Jh. hatte sich T. zu einer Wohngemeinde gewandelt; 2000 zählte es 86% Wegpendler.


Literatur
– C. Santschi et al., Histoire de T., 1991

Autorin/Autor: Dominique Zumkeller / AHB