Thônex

Polit. Gem. GE, links des Sees an der Grenze zu Frankreich gelegen, umfasst die Ortsteile T., Bel-Air, Fossard, Moillesulaz, Petit-T. und Villette. 1225 Tonnay. 1443 180 Einw. (auf dem heutigen Gemeindegebiet); 1550 80; 1698 110; 1768 230; 1801 700; 1870 532; 1900 1'051; 1950 1'953; 2000 12'141. Funde aus der Jungsteinzeit, Grabstätte aus der jüngeren Eisenzeit, Aquädukt aus dem 1. Jh. n.Chr. Ab der 2. Hälfte des 14. Jh. war T. Teil des savoy. Mandements Gaillard. 1536 eroberten die Berner die Region, die erst wieder 1567 an Savoyen fiel. 1615-1792 unterstand T. gerichtlich dem Gf. von Rossillon. Im 18. Jh. bildete T. zusammen mit Villette und Fossard den Verband der Trois-villages, dessen kommunale Geschäfte vom Kirchgemeinderat verwaltet wurden. Infolge der Annexion durch Frankreich entstand 1792 die Gem. Chêne-T., die der Vertrag von Turin 1816 mit Ausnahme der linksufrigen Gebiete des Foron Genf zusprach. 1869 wurde sie wegen polit. und religiöser Differenzen während des Kulturkampfs in die zwei Teile Chêne-Bourg und T. geteilt. Im MA gehörte der Weiler T. zu der gleichnamigen Grosspfarrei, die das Dorf Chêne, den Marktflecken Gaillard sowie die Weiler Vallard und Vernaz umfasste. Die Fundamente der 1412 erstmals erw. Kapelle Saint-Nicolas blieben unentdeckt. Die Kirche Saint-Pierre wurde im 10. Jh. errichtet und später mehrmals erweitert; 1707 erfolgte ein Neubau. Die Reformation wurde zwar 1536 eingeführt, doch kehrte die Gem. nach ihrer Rückgabe an Savoyen zum Katholizismus zurück. Ab dem 16. Jh. besassen viele Genfer Grundstücke in T., das durch drei häufig über die Ufer tretende Flüsse gut bewässert war und zahlreiche Wiesen und Sumpfgebiete aufwies. Der starke Durchgangsverkehr, der bereits im 18. Jh. einsetzte, begünstigte das Wachstum des Weilers Moillesulaz und seine Entwicklung zum Strassendorf. Die psychiatr. Klinik Bel-Air wurde 1900 eröffnet. Sie wurde später dem Universitätsspital von Genf angegliedert (Kliniken Bellé-Idée, Chêne-Bourg und in T.). Vom 2. Weltkrieg an entwickelte sich T. zum Genfer Wohnvorort.


Literatur
T., 2010

Autorin/Autor: Dominique Zumkeller / GL