05/06/2001 | Rückmeldung | PDF | drucken

Albrecht I.

Dieser Artikel wurde für die Buchausgabe des HLS mit einem Bild illustriert. Bestellen Sie das HLS bei unserem Verlag.

geboren um 1255, erstmals erw. 3.7.1265,gestorben 1.5.1308 bei Königsfelden, begraben Dom zu Speyer. Ältester Sohn von Rudolf (von Habsburg) I.. ∞ 1274 Elisabeth, Tochter des Gf. Meinhard II. von Görz-Tirol. Über die frühen Jahre A.s ist wenig bekannt. 1281 wurde er als Verweser über die Reichsgüter in Österreich und Steyr eingesetzt, 1282 mit der Verwaltung aller östl. Herzogtümer belehnt. Nach dem Tode seines Vaters wählten die Fürsten nicht ihn zum dt. Kg., weil sie die habsburg. Hausmachtpolitik unterbinden wollten. Seine Huldigung an Kg. Adolf von Nassau sicherte A. jedoch die Stellung im Osten des Reichs. Im Westen erhoben sich Ende 1291 der Bf. von Konstanz, der St. Galler Abt Wilhelm von Montfort, die Rapperswiler, Habsburg-Laufenburger, Nellenburger und Savoyer, die Reichsstädte Zürich, Bern und Luzern sowie Uri und Schwyz gegen A. Der Widerstand brach aber im Frühjahr 1292 zusammen, nachdem A.s Truppen Zürich belagert sowie die Nellenburg und Wil (SG) eingenommen hatten; die folgenden Friedensbestimmungen waren moderat. 1297 fanden sich die Laufenburger, Montforter und der Abt von St. Gallen erneut unter den Gegnern A.s.

1298 wurde A. zum Gegenkg. des abgesetzten Adolf gewählt und schlug diesen wenig später in der Schlacht von Göllheim (D). Nach einer zweiten, förml. Wahl wurde A. am 24.8.1298 in Aachen gekrönt. Er führte die Revindikationspolitik seines Vaters fort und konzentrierte seine Kräfte, nach einem Bündnis mit Frankreich 1298, auf die innere Reichs- und Hausmachtpolitik. Der Rechtszustand in der Innerschweiz blieb indes ungeklärt, da A. die Privilegien von Uri und Schwyz nicht bestätigte. Obwohl er die Unterwerfung der opponierenden Kurfürsten 1302 erfolgreich abschloss und schliessl. auch von Papst Bonifaz VIII. als dt. Kg. anerkannt wurde, blieb ihm die Kaiserkrone verwehrt. In der chronikal. Überlieferung erscheint er durchwegs als strenger, habgieriger und ungeliebter Landesherr. Gegen die Errichtung einer habsburg. Erbmonarchie sowie gegen A.s zielstrebige Territorialpolitik erhoben sich im ganzen Reichsgebiet wiederholt Aufstände. Weil er ihre Erbansprüche nicht erfüllt hatte, wurde A. 1308 von seinem Neffen Johannes ("Parricida") sowie den Mitverschworenen Frh. Rudolf II. von Balm, Walter IV. von Eschenbach und Rudolf von Wart ermordet.


Literatur
– H. Danuser, Göllheim und Königsfelden, 1974
LexMA 1, 311-313
– K.-F. Krieger, Die Habsburger im MA, 1994, 75-109

Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen