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Geymüller, Heinrich von

geboren 12.5.1839 Wien, gestorben 19.12.1909 Baden-Baden, ref., von Basel. Sohn des Johann Heinrich geb. Falkner, der selbst ein Adoptivsohn des Barons Heinrich von G. war, und der Eleonora Eliza geb. Griesbach. ∞ Marguerite Delaborde. 1855-57 besuchte G. die Ingenieurschule in Lausanne, 1857-60 die Ecole centrale des arts et manufactures in Paris (Ingenieurkonstrukteur), 1860-63 die Bauakad. von Berlin und ab 1864 die Ecole des Beaux-Arts in Paris (Atelier Questel). Er war Kunsthistoriker der Renaissance, Architekturhistoriker und Experte für die Restaurierung von Baudenkmälern. In dieser Funktion empfahl er, baul. Eingriffe nur nach eingehenden hist. Nachforschungen und mit grösstem Respekt vor dem Denkmal vorzunehmen. Bereits 1873 kritisierte er Eugène Emmanuel Viollet-le-Ducs Restaurierungspläne für die Kathedrale von Lausanne. Er selbst wirkte an bedeutenden Rehabilitierungsprojekten im Ausland und im Kt. Waadt mit, v.a. in Lausanne (1873-1909 Kathedrale, 1886 Schloss Ouchy, 1888-99 Kirche Saint-François), sowie 1888-98 beim Schloss Chillon und 1888-1903 bei der alten Klosterkirche Saint-Sulpice. Ab 1879 wohnte G. häufig in Pully. Ehrenmitglied des Royal Institute of British Architects in London, korrespondierendes Mitglied der Pariser Académie des Beaux-Arts und des Institut de France sowie 1894 Ehrendoktor der Univ. Basel.


Archive
– Bestände in: Inst. für Kunstgesch. in Graz, UBB, StABS und BCUL
Literatur
Architektenlex., 212
– J. Ploder, Heinrich von G. und die Architekturzeichnung, 1998
– G. Germann, «Henry de G., un expert polyglotte et cosmopolite», in Victor Hugo et le débat patrimonial, 2003, 103-120
– G. Germann, «Heinrich von Geymüller als Bauforscher und Denkmalpflege-Experte in der Schweiz und am Oberrhein, 1860-1890», in ZAK 64, 2007, 83-105

Autorin/Autor: Paul Bissegger / AHB