Vinelz

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Erlach, Verwaltungskreis Seeland. Die Gem. am südwestl. Ende des Bielersees und am Fuss des Schaltenrains umfasst das Dorf V. und die Höfe Budlei. V. ist seit 1852 eine Gemischte Einwohner- und Burgergemeinde. 1228 Fenis, franz. früher Fenil. 1764 236 Einw.; 1850 580; 1900 462; 1950 418; 2000 735. Reste prähist. Siedlungen vom Neolithikum bis zur Spätbronzezeit reihen sich am Seeufer in Fortsetzung jener von Lüscherz auf; weitere Zeugen einer frühen Besiedlung sind Spuren einer frühbronzezeitl. Siedlung im Schattewil, röm. Siedlungsreste in der Mieschzälg und in Flachseren. Im MA war V. Teil der Herrschaft Erlach. 1474 ging es mit Gerichtsrechten bzw. 1528 mit dem Kirchensatz an Bern und wurde dem Landgericht Ins in der Landvogtei Erlach zugeteilt. Die 1228 erw. Marienkirche war vermutlich eine Gründung der über dem Dorf in der Burg Fenis (oder Hasenburg) residierenden Gf. von Fenis. Im Bau aus dem frühen 13. Jh. finden sich Wandmalereien des 14. Jh., ab 1484 erfolgten Umbauten. Zur Kirchgem. V. gehört auch Lüscherz. Im Dorf und am Seeufer des landwirtschaftl.-kleingewerbl. Orts entstanden ab den 1960er Jahren Ferien- und Wochenendhäuser. Gastronomie, drei Campingplätze und ein Bootshafen machen V. zu einem der Naherholungsorte am Bielersee. Der vom Bernburger Emanuel Gaudard nach 1691 erbaute Landsitz Obere Budlei dient heute versch. Besitzern.


Literatur
– H.-R. Egli, Die Herrschaft Erlach, 1983
– E. Gross, V.-Ländti: Grabung 1979, 1986
– C. Kessler Loertscher, Bauinventar der Gem. V., 2001

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler