No 1

Theobald, Gottfried Ludwig

geboren 21.12.1810 Allendorf bei Hanau (Hessen), gestorben 15.9.1869 Chur, ref., dt. Staatsbürger, ab 1864 von S-chanf. Sohn des Adam, Prädikanten, und der Friederike geb. Mannel. ∞ Elisabeth Kohler, von Sumiswald. Gymnasium in Hanau. 1827-32 Stud. der Theologie in Marburg und Halle, anschliessend Hilfsprediger in Hanau und daneben Studien der Naturwissenschaften. 1839 Privatlehrer in Montpellier, ab 1843 Gymnasiallehrer in Hanau. 1848 liberaler Abgeordneter im kurhess. Landtag, 1852 Flucht vor der konservativen Reaktion nach Genf. Ab 1854 Lehrer für Naturwissenschaften an der Kantonsschule in Chur. Erster systemat. Kartograf der Bündner und ostalpinen Bergwelt, zu deren Geologie, Botanik, Zoologie, Wetterkunde und Topografie er zahlreiche Werke verfasste (u.a. "Naturbilder aus den Rhät. Alpen" 1860). Seine naturhist. Sammlung bildete einen Grundstock für das Rät. Museum. Mitarbeiter der "Beiträge zur Geolog. Karte der Schweiz". Die von T. 1855 entdeckte Moosart Didymodon Theobaldii trägt seinen Namen.


Archive
– ETH-BIB
Literatur
– H. Szadrowsky, «Gottfried Ludwig T.», in Jber. der Naturforschenden Ges. Graubünden 15, 1869/70, 85-135 (mit Werkverz.)
Bedeutende Bündner aus fünf Jahrhunderten 2, 1970, 23-31

Autorin/Autor: Adolf Collenberg