Chêne-Bougeries

Polit. Gem. GE, links des Genfersees und rechts der Seymaz gelegen, mit dem von öffentl. Gebäuden dominierten Zentrum, den Quartieren Grange-Canal, Malagnou, Le Vallon, La Pommière und Conches sowie den neuen Wohnblockquartieren La Gradelle und La Montagne. Der an Genf angrenzende Wohnvorort wird von drei Kantonsstrassen durchquert und ist mit der Stadt durch Tram und Bus verbunden. 1270 Quercus, 1801 Chêne-les-Bougeries. 1815 728 Einw.; 1850 1'041; 1900 2'131; 1950 4'339; 1970 8'670; 2000 9'759.

Überreste eines röm. Aquädukts. Das Siechenhaus von Quercus, in Grange-Falquet gelegen und ab 1270 erwähnt, besass in der Gegend Güter und steht wahrscheinlich am Ursprung des Weilers Chêne (1543 4 Feuerstätten). 1536 bemächtigten sich die Berner im Zuge der Eroberung des Chablais und des Faucigny der Güter des Siechenhauses und gaben sie zu Lehen aus. Nach 1564 blieb der Weiler Chêne mit einem Teil des Umlands bei Genf. Durch den Vertrag von Turin 1754 fiel das linke Ufer der Seymaz Savoyen zu. Das rechte Ufer blieb weiterhin bei Genf und somit reformiert. Chêne wurde infolgedessen in C. und Chêne-Bourg aufgeteilt. Da die Kirche von Chêne in savoy. Gebiet lag, wurde in C. eine neue Kirche, mit ovalem Grundriss, gebaut und 1758 geweiht. 1798 wurde C. anlässlich der Annexion Genfs durch Frankreich mit Thônex vereint. 1801 wurde C. unabhängige Gem. und blieb es auch 1816. Bis zum Beginn des 19. Jh. herrschte Viehzucht neben wenig Ackerbau vor. Dank der Niederlassung von Genfer Familien (Naville, Des Arts, Candolle) auf grossen Landgütern und dank deren Interesse für neue agronom. Methoden gewann der Ackerbau an Bedeutung. In der Nachkriegszeit hat C. seine bäuerl. Prägung eingebüsst. Im Zuge der Siedlungsentwicklung seit 1960 machten die Weiden Villen und Wohnsiedlungen Platz. Trotzdem hat C. eine ländl. Note bewahrt.


Literatur
– E. Chapuisat, C., 1951
– F. Lombard, C.,1986
– R. de Candolle, Histoire du Vallon, 1987
– A. Berchtold, L. El-Wakil, J.-C.-L.- Sismondi: citoyen de Chêne, Genevois et Européen, 1991
– I. Brunier et al., C., des origines à nos jours, 2003

Autorin/Autor: Christiane Genequand / FSC