No 146

Meyer, Victor

geboren 8.9.1848 Berlin, gestorben 8.8.1897 Heidelberg (Freitod), isr., ab 1885 prot., Deutscher. Sohn des Jacques, Inhabers einer Kattunfärberei und -druckerei, und der Bertha geb. M. ∞ 1873 Hedwig Davidson, Tochter des Moritz, Arztes. Chemiestud. in Berlin und Heidelberg, 1867 Promotion. 1868-71 an der Berliner Gewerbeakad. beim späteren Nobelpreisträger Adolf Baeyer. 1871 ao. Prof. am Polytechnikum Stuttgart, 1872 o. Prof. am Eidg. Polytechnikum Zürich, 1885 o. Prof. an der Univ. Göttingen, 1889 o. Prof. an der Univ. Heidelberg. M. war einer der einflussreichsten organ. Chemiker der 2. Hälfte des 19. Jh. Von M. stammen die Begriffe Stereochemie, sterische Hinderung, Desmotropie sowie Dipol. Er hat am praxisorientierten eidg. Polytechnikum in Zürich die Grundlagenforschung in Chemie entscheidend geprägt. In seiner Zürcher Zeit entdeckte er einen neuen Stoff im Benzol, dem er den Namen Thiophen gab und dessen Struktur er aufklärte.


Literatur
Ber. der Dt. Chem. Ges. 30, 1897, 2157-2168
– R. Meyer, Victor M., 1917
NDB 17, 313-317

Autorin/Autor: Hans-Jürgen Hansen