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Bardonnex

Polit. Gem. GE, im Süden des Kt., an der franz.-schweiz. Grenze. Umfasst die Dörfer und Weiler B., Charrot, Croix-de-Rozon (Zoll), Compesières, Landecy, La Mure und Cugny. 1851 hervorgegangen aus der Teilung der Gem. Compesières in die beiden Ortschaften B. und Plan-les-Ouates. 1153 Bardonacum. 1860 666 Einw.; 1900 708; 1950 747; 2000 2'094. Röm. Gutshof in Landecy und andere bedeutende Überreste aus der Römerzeit. Frühma. Gräberfeld. B. lag in der Herrschaft Compesières und gehörte 1536-67 zur Berner Vogtei Ternier, danach zum Herzogtum Savoyen. Evordes und Landecy, die dem Kloster Saint-Victor unterstanden, gingen nach 1567 an Savoyen und Genf, 1754 an das Königreich Sardinien-Piemont. Nach der franz. Periode kam das Gebiet der Grosspfarrei Compesières einschliessl. B. 1816 wieder zu Genf. Die dem Dekanat Vuillonnex eingegliederte Kirche von B. (im 15. Jh. Notre-Dame) gelangte 1153 aufgrund einer päpstl. Bulle in den Besitz des Benediktinerpriorats Saint-Jean-hors-les-Murs. In den Kriegen des ausgehenden 16. Jh. wurde sie zerstört. Danach besuchten die Katholiken die Kirche von Compesières, während die Protestanten von Landecy und Evordes der Pfarrei Bossey (Hochsavoyen) angeschlossen wurden. Das eine der zwei befestigten Häuser der Gem. wurde im 15. Jh. im Westen von B. erbaut. Das andere, das sog. Château, stammt aus dem 15.-16. Jh., wurde 1705-20 völlig renoviert, 1810 teilweise zerstört und 1958 erneut renoviert. Schule, Gemeinde- und Pfarramt befinden sich in Compesières. B. zählte 1980, vor dem Bau der Umfahrungsautobahn, noch 22 Ackerbau- und 12 Gemüsebau-Betriebe sowie vier Gärtnereien. Der seit 1936 in B. gewonnene Ton wurde bis 1946 in der Ziegelei von Bellevue verwendet; seither wird er in der Tuileries et Briqueteries SA in B. verarbeitet. Der inzwischen modernisierte Betrieb beschäftigte 1995 50 Personen, nachdem es Ende der 1950er Jahre noch über 300 gewesen waren.


Literatur
– J. Delétraz, La commune de Compesières de sa réunion au Canton de Genève en 1816 à sa division en 1851, [1952]
– R. Curtat, B., 1982
– A. Brulhart, E. Deuber-Pauli, Ville et canton de Genève, 1985, 312-320 (21993)

Autorin/Autor: Dominique Zumkeller / EM