08/09/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Avusy

Polit. Gem. GE. Landgem. mit den drei Dörfern A.-Village, Athenaz, Sézegnin und dem Weiler Champlong. Die im 13. bis 15. Jh. belegte Siedlung Seingier ist verschwunden. 1260 Avussie. 1850 510 Einw.; 1900 452; 1950 343; 1980 504; 2000 1'177. 1260 anerkannte Gf. Amadeus II. von Genf die grundherrl. Rechte des Priorats Saint-Victor in den Dörfern und Pfarreien der Region La Champagne, darunter A., Athenaz und Sézegnin; für sich selbst reservierte er nur die Hochgerichtsbarkeit. Die Edlen von A., von La Grave, von Rougemont und die Mestral sind vom 14. Jh. an als Leheninhaber bezeugt. Die Burg der Herren von La Grave im Weiler Champlong wurde 1564 von den Dorfgenossen von Cartigny teilweise, 1590 von den Bernern ganz zerstört; ihre Umfassungsmauer blieb jedoch unversehrt. Die Kapelle Saint-André, eine Filiale von Chancy, ist in einem Visitationsbericht von 1481-82 erw. Die polit. und die Kirchengesch. von A. deckten sich nach der Reformation weitgehend mit denjenigen von Chancy, Avully und Cartigny. Während aber Genf im Pariser Vertrag von 1749 Chancy und Avully sowie im Turiner Vertrag von 1754 Cartigny zugesprochen erhielt, verlor die Rhonestadt im selben Vertrag A. an das Königreich Sardinien, dies unter dem Einfluss der Herren von La Grave, Katholiken und Anhänger des Hauses Savoyen. Eine kath. Pfarrei wurde 1754 errichtet, ihre Kirche Saint-Charles-Borromée 1758 erbaut. Den Einw. von A. blieb die Ausübung des ref. Glaubens dennoch gestattet. Durch den Turiner Vertrag von 1816 wurde A. schliessl. dem Kt. Genf angeschlossen. In den 1980er Jahren wurde A. zur Wohngem. gehobener Schichten. Um 1990 zählten ein Viertel der in A. Erwerbstätigen zum 1. Sektor (u.a. Weinbau), ein Drittel zum Dienstleistungssektor.


Literatur
– R.-F. Rudin, M. Buloz, A., 1993

Autorin/Autor: Catherine Santschi / AZ