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Hugi, Franz Joseph

getauft 23.1.1791 Grenchen, gestorben 25.3.1855 Solothurn, kath., ab 1837 ref., von Grenchen. Sohn des Andreas, Müllers und Ölers, und der Anna Maria Greder, beide aus Dorfpatrizierfamilien. H.s Geburtsjahr wurde in der Literatur oft mit jenem seines gleichnamigen Bruders (≈ 19.9.1793) verwechselt. ∞ 1837 Maria Gassmann. Theologiestud. in Landshut (Bayern), daneben naturwissenschaftl. Studien, u.a. 1818 in Wien. 1819 Priesterweihe. Danach war H. Lehrer an der Waisenhausschule in Solothurn. Ab 1832 unterrichtete er Naturwissenschaften an der neu gegr. Kantonsschule Solothurn, wo er einen botan. Garten anlegte. In der Freizeit forschte er und legte eine umfangreiche Sammlung von Gesteinsproben, Fossilien (u.a. die von ihm entdeckten Riesenschildkröten), Pflanzen und Tieren an. Der Übertritt zum ref. Glauben 1837 (Heirat) hatte die Entlassung zur Folge. Er betreute jedoch weiterhin seine Sammlung, die er 1825 der Stadt Solothurn zum Kauf anbot, wofür er dann eine jährl. Rente erhielt. Diese bildete den Grundstock des späteren Naturmuseums. Als Geologe stand H. im Schatten seiner Zeitgenossen, die auch seine Naturphilosophie nicht akzeptierten. Berühmtheit erlangte er als Pionier bei der Erforschung der extremen alpinen Gletscherregionen. Nach ihm ist nicht nur der Hugisattel und das Hugihorn benannt, sondern auch in Anerkennung der geolog.-paläontolog. Verdienste die Schildkröte Thalassemys Hugii und der Saurier Protosaurus Hugii. 1823 Gründer der Naturforschenden Gesellschaft Solothurn. 1844 Dr. h.c. der Univ. Bern.


Werke
Naturhist. Alpenreise, 1830, (Nachdr. 1995 mit biogr. Beitr.)
Archive
– Naturmuseum Solothurn
Literatur
– H.R. Stampfli, «Gesch. der wissenschaftl. Slg. in Solothurn», in Mitt. der Naturforschenden Ges. Solothurn 33, 1988, 3-125
– W. Moser, «Die barometr. Höhenbestimmung und ihre Grundlagen», in Mitt. der Naturforschenden Ges. Solothurn 34, 1989, 145-184

Autorin/Autor: Luc Lienhard