No 24

Heer, Oswald

geboren 31.8.1809 Niederuzwil (Gem. Uzwil), gestorben 27.9.1883 Lausanne, ref., von Glarus. Sohn des Jakob ( -> 14) und der Susanna geb. Sulser. Bruder des Samuel ( -> 27), Halbbruder des J. Justus ( -> 16). ∞ 1838 Margareth Trümpy. 1828-31 Theologiestud. in Halle, dort Kontakte zu Karl Sprengel und Ernst Germar. 1832 Konservator der entomolog. Sammlung von Heinrich Escher. Ab 1834 Leiter des botan. Gartens in Zürich, 1835-82 Prof. für Botanik und Entomologie an der Univ. Zürich, ab 1855 des Polytechnikums. 1850-68 Zürcher Kantonsrat. 1853 Präs. der Landwirtschaftl. Schule Strickhof-Zürich. H. war ein bedeutender Phytopaläontologe, Entomologe und Geobotaniker, der über die Höhenverbreitung der Pflanzen und Tiere sowie über die fossile Flora der Schweiz und der Arktis forschte. Als Evolutionsbiologe postulierte er aufgrund seiner Studien 1855 die Umprägungstheorie, die im Gegensatz zu Charles Darwins Überlegungen von einer unregelmässigen und sprunghaften Höherentwicklung der Organismen ausging.


Archive
– Geolog. Inst. der ETH Zürich, Slg. Oswald H.
Literatur
– C. Schröter, «Nachruf auf Oswald H.», in Verh. SNG, 1883, 165-190
– C. Schröter et al., Oswald H., 2 Bde., 1885-87, (mit Werkverz.)
DSB 6, 220-222
– R. Hantke, «Oswald H.», in ETH Zürich, 1983, Nr. 181, 23-34

Autorin/Autor: Heinrich Zoller