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Guillaume, Charles-Edouard

geboren 15.2.1861 Fleurier, gestorben 13.6.1938 Sèvres bei Paris, ref., von Les Verrières, Ehrenbürger von Fleurier (1933) und La Chaux-de-Fonds (1936). Sohn des Edouard, Uhrmachers, und der Marianne Emilie geb. Lebet. ∞ 1888 Emilie Marie Anne Taufflieb, aus Deutschland. Gymnasium in Neuenburg, 1877-78 Akademie in Neuenburg, 1878-82 Mathematik- und Physikstud. an der ETH Zürich, 1883 Promotion an der Univ. Zürich (Dissertation bei Heinrich Friedrich Weber). Von 1883 an wirkte G. am Bureau international des poids et mesures in Sèvres, zuerst als Assistent, ab 1889 als Adjunkt, ab 1901 als Vizedirektor und 1915-36 als Direktor. Auf der Suche nach kostengünstigen Materialien für Längenstandards fand er eine Eisen-Nickel-Legierung mit fast verschwindendem Ausdehnungskoeffizienten (Invar) und 1919 eine mit temperaturunabhängigem Elastizitätsmodul (Elinvar). Die Erfindung und die systemat. Erforschung der Eigenschaften dieser Legierungen waren von grosser Bedeutung sowohl für die Metrologie als auch für die Uhrenindustrie, weshalb G. 1920 den Nobelpreis für Physik erhielt. Dr. h.c. der Univ. Lausanne, Genf und Neuenburg. Korrespondierendes Mitglied der Académie des sciences de Russie und Offizier der Ehrenlegion.


Archive
– MIH, Nachlass
Literatur
Verh. SNG 119, 1938, 436-441 (mit Werkverz.)
DSB 5, 582 f.
Dictionnaire de biographie française 17, 1989, 158 f.
Biogr.NE 3, 167-174

Autorin/Autor: Viktor Gorgé