15/09/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Anières

Polit. Gem. GE, am linken Ufer des Genfersees, mit den Weilern Bassy und Chevrens. 1179 [Guillelmus] dasneres. 1860 315 Einw.; 1900 508; 1930 374; 1950 491; 2000 2'031. Neolith. Pfahlbaustation in A.-Bassy (Saône-Rhône-Zivilisation, Lüscherz-Gruppe). Gräberfeld aus dem 3.-7. Jh. Die zu Beginn des 15. Jh. ausgestorbenen d'A. waren Vasallen der de Faucigny und besassen das Burglehen Bassy. Vom 14. Jh. bis zur Revolutionszeit, nur unterbrochen durch die bern. Besetzung von 1536-64/67, gehörte A. zur savoy. Vogtei Chablais. Genf behielt seine vom Priorat Saint-Victor ererbten Rechte und kaufte nach 1567 das Lehen Bassy. 1793 wurde A. dem Dep. Mont-Blanc hinzugefügt, 1798 dem Dep. Léman. Im Turiner Vertrag von 1816 wurden A. und Corsier zu einer Gem. zusammengefügt und dem neuen schweiz. Kt. Genf zugeteilt. Differenzen über die gemeinsamen Ausgaben führten 1858 zur polit. Trennung. Im MA war die Pfarrkirche Notre-Dame vom Priorat Saint-Victor abhängig. Die Region wurde zwar durch Bern reformiert, Ende des 16. Jh. aber rekatholisiert. Danach wurde A. kirchl. mit Corsier zusammengelegt, die Kirche 1835 abgebrochen. Die ref. Kapelle datiert von 1890. Seit 1950 nimmt die Bevölkerung dank der Nähe zu Genf zu, und am Seeufer ist ein Villenviertel entstanden. Das Dorf selber und der höher gelegene Teil der Gem., wo Reben und Gemüse angebaut werden, blieben dagegen bisher von Bautätigkeiten weitgehend verschont. Dank den Steuergeldern der neu Zugezogenen, die allerdings meist wenig in das Dorfleben integriert sind, konnten einige grössere Anlagen errichtet werden.


Literatur
Histoire d'A., 1958
– A. Bayer, L'histoire de la paroisse Corsier-A., 1980 (21987)

Autorin/Autor: Fabia Christen / BZ