No 1

Gressly, Amanz

geboren 17.7.1814 Bärschwil, gestorben 13.4.1865 Klinik Waldau (Gem. Bern), kath., von Bärschwil. Sohn des Franz Xaver Felix, Inhabers einer Glashütte, und der Margaritha Maria Lucia Genovefa geb. Glutz. Ledig. 1834 begann G. ein Medizinstud. in Strassburg, wechselte dann aber zur Geologie, die er bei Jules Thurmann und durch Feldstudien vertiefte. Ab 1836 war er Mitarbeiter von Louis Agassiz. 1838 veröffentlichte er die "Observations géologiques sur le Jura soleurois", in denen er das wichtige Fazieskonzept einführte. Dieses erlaubte ihm, aus den petrograf. Eigenschaften und faunist. Assoziationen die Umgebung und Entstehungsbedingungen des Sedimentgesteins herzuleiten. Psych. Beschwerden verzögerten den Abschluss dieser Arbeit und führten 1845-49 zur völligen Aufgabe jegl. Tätigkeit. 1853-62 wirkte er als geolog. Experte beim Bau von Eisenbahntunneln durch den Jura. Bohrungen bestätigten seine Vorhersagen betreffend die innere Gebirgsstruktur. Ein Teil von G.s Forschungsarbeiten wurden von seinem Mentor Edouard Desor veröffentlicht.


Archive
– Teilnachlässe in: ETH-BIB und Naturmuseum, Solothurn
Quellen
Amanz G.s Briefe, hg. von L. Rollier, 1913
Literatur
– E. Wegmann, «L'exposé original de la notion de faciès par Amanz G. (1814-1865)», in Sciences de la terre 9, 1963, 83-119
– K. Meyer, Amanz G., ein Solothurner Geologe 1814-1865, 1966
– H.R. Stampfli, «Amanz G.», in Mitt. der Naturforschenden Ges. des Kt. Solothurn 32, 1986, 7-160

Autorin/Autor: Jean-Paul Schaer / SK