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Gautier, Alfred

geboren 18.7.1793 Cologny, gestorben 30.11.1881 Genf, ref., von Genf. Sohn des François, Händlers, und der Marie de Tournes. ∞ 1) 1826 Angélique Frossard de Saugy, Tochter des Daniel-Louis Frossard, 2) 1849 Louise Cartier, Tochter des Philippe-Charles. Stud. an der Akad. Genf, dann an der Univ. Paris, 1817 Doktorat in Naturwissenschaften mit einer Dissertation in Himmelsmechanik, einem wichtigen Beitrag in der Geschichte der Wissenschaft. 1818 wurde G. in England namentlich vom Astronomen John Herschel empfangen. Nach seiner Rückkehr 1819 wurde er in Genf Honorarprof. für Astronomie und 1821 Prof. für Höhere Mathematik an der Akademie sowie Leiter des Observatoriums. Er liess 1830 einen Neubau errichten und erhielt 1831 neue Instrumente (Äquatorial von Gambey, Meridiankreis). 1839 musste G. seine Karriere wegen Sehstörungen aufgeben. Fortan widmete er sich philanthrop. und religiösen Werken, interessierte sich aber weiterhin für die Astronomie. Mit der Lektüre der Arbeiten der Deutschen Rudolf Wolf und Johann von Lamont bemerkte G. als Erster eine Parallele zwischen der Sonnenaktivität und der magnet. Aktivität auf der Erdoberfläche; diese Beobachtung bildete eine wichtige Grundlage für die heutige Weltraumforschung. G. war 1823-33 und 1835-41 Mitglied des Repräsentierenden Rats. Zudem war er Mitglied der Société de physique et d'histoire naturelle de Genève und ab 1822 assoziiertes Mitglied der Königlichen Astronom. Gesellschaft London.


Literatur
Livre du Recteur 3, 426
Les savants genevois dans l'Europe intellectuelle, hg. von J. Trembley, 1987, 72 f., 85, 405

Autorin/Autor: Marcel Golay / CN