No 9

Bloch, Felix

geboren 23.10.1905 Zürich,gestorben 10.9.1983 Zollikon, isr., Österreicher, ab 1909 von Zürich, von 1939 an schweiz.-amerikan. Doppelbürger. Sohn des Gustav, Kaufmanns, und der Agnes geb. Mayer, von Wien. ∞ 1940 Lore Clara Misch, Tochter des Georg, Prof. für Philosophie in Göttingen, von Gross-Lichterfelde bei Berlin. Gymnasium in Zürich, 1924-27 Stud. der Mathematik und Physik an der ETH Zürich, 1928 Dr. phil. in Leipzig (bei Werner Heisenberg). Die akadem. Wanderjahre brachten B. nach Zürich (1928-29 Assistent von Wolfgang Pauli), Utrecht, Kopenhagen und Rom. Dann wurde er nach Leipzig zurückgerufen, um sich zu habilitieren. Nach der nationalsozialist. Machtergreifung verliess B. Deutschland und nahm 1934 an der Stanford University in Kalifornien eine Professur an, die er bis zu seinem Ableben innehatte. In den USA wandte er sich der Kernphysik zu. Mit der Entdeckung der Kerninduktion (Nuclear Magnetic Resonance, NMR) 1946 gelang ihm der grosse Wurf mit damals noch unabsehbaren Möglichkeiten zur Erforschung von physikal., chem. und biolog. Strukturen. Zusammen mit Edward Purcell erhielt B. 1952 den Nobelpreis für Physik. Von der Univ. Stanford beurlaubt, übte er 1954-55 das Amt des ersten Generaldirektors des CERN in Genf aus.

B. hinterliess ein monumentales wiss. Erbe, so die Bloch-Wellenfunktionen und -Wände, das Bloch'sche T3/2-Gesetz für die spezif. Wärme der Magnonen, das Bloch'sche T5-Gesetz für die metall. Leitfähigkeit bei tiefen Temperaturen und die Bloch'sche Kerninduktion. Zu den vielen akadem. Ehrungen gehören u.a. die Ehrendoktorate der Univ. Grenoble (1959), Oxford (1960), Jerusalem (1962) und Zürich (1966).


Literatur
Felix B. and Twentieth-Century Physics, hg. von M. Chodorow et al., 1980
– G. Béné et al., Felix B. 1905-1983, 1984
– W.A. Little, «Conductivity and Magnetism -- The Legacy of Felix B.», in Internat. Journal of Modern Physics B 4, 1990, 1127-1288

Autorin/Autor: Ernst Brun