Zeugherr

Verantwortl. Aufseher über die schweren, v.a. in Zeughäusern gelagerten Kriegsgeräte samt Munition sowie über die Zeugwarte und Büchsenmacher. Dem Z.n oblag auch die Überwachung des Pulverregals. Das Amt setzte sich mit dem Ausbau der Artillerie im 17. Jh. vom älteren Bauherrenamt ab und fand sich in Städte- wie Länderorten. Je nach Grösse des Herrschaftsgebiets unterstanden dem Ober- oder Landeszeugherrn weitere Unterzeugherren. Meist auf Lebenszeit gewählt gehörte er dem Kl. Rat bzw. den Vorgesetzten Herren (Regierung) an, mindestens aber dem Gr. Rat. In Kriegszeiten war der Z. als Mitglied im Kriegsrat vom Auszug befreit, oder aber er befehligte persönlich die Artillerie. In der 2. Hälfte des 19. Jh. spaltete sich das Amt in jenes des Militärdirektors und jenes des Zeughausverwalters auf. Der Militärdirektor der Kantonsregierung von Appenzell-Innerrhoden wurde bis zur Aufhebung des Amts 1996 Z. genannt.


Quellen
SSRQ
Literatur
– J.J. Blumer Staats- und Rechtsgesch. der schweiz. Demokratien oder der Kt. Uri, Schwyz, Unterwalden, Glarus, Zug und Appenzell 2/I, 1858
Idiotikon 2, 1549 f.
– P. Steiner, «Die Gem., Räte und Gerichte im Nidwalden des 18. Jh.», in BGN 43, 1986, 128-130

Autorin/Autor: Peter Steiner