Savagnier

Ehemalige politische Gemeinde NE, Bezirk Val-de-Ruz, seit 2013 mit Boudevilliers, Cernier, Chézard-Saint-Martin, Coffrane, Dombresson, Engollon, Fenin-Vilars-Saules, Fontainemelon, Fontaines (NE), Le Pâquier (NE), Les Geneveys-sur-Coffrane, Les Hauts-Geneveys, Montmollin und Villiers Teil der neuen Gemeinde Val-de-Ruz. Das Siedlungsgebiet mit Le Grand-S. und Le Petit-S. erstreckt sich vom Hang des Chaumont (1270 m) bis zum Ufer des Seyon. 1143 Savaigner. 1531 28 Feuerstätten; 1750 435 Einw.; 1850 624; 1900 599; 1950 517; 2000 903. In S. wurden wahrscheinlich Reste einer röm. Villa entdeckt. Ab dem 12. Jh. besassen die Abtei Fontaine-André und das Kapitel von Neuenburg Güter in S. Es gehörte zur Herrschaft, dann zur Mairie Valangin. Im 16. Jh. unterstand ein Teil der Einwohner den Herren de Colombier, wohl aufgrund des Kaufs des Zehnten nach der Reformation. 1498 wurden die beiden Personenverbände vereinigt. 1547 erhielt das Dorf Nutzungsrechte für den Wald. 1689 und 1691 erwarb es Gebiete im Erguel, ausserhalb des Fürstentums. Ab 1696 ist eine Maison du village (Gemeindehaus) mit Schule, Metzgerei und Gasthaus bezeugt, ab 1866 bestand ein Schulhaus. Die Kapelle Saint-Nicolas, eine Filiale der Kirchgemeinde Dombresson, ist seit 1453 belegt und wurde 1518 zur Taufkirche; 1653 erfolgte deren Neubau. Seit 1876 ist S. eine selbstständige Kirchgemeinde. Im Dorf wird seit je Wald- und Holzwirtschaft (Sägerei) betrieben. Noch zu Beginn des 21. Jh. dominierten Handwerk und Landwirtschaft. 1896-99 wurde eine Melioration durchgeführt. Seit 1968 verbindet eine Buslinie S. mit Neuenburg. Nach 1980 entstand ein Wohnquartier.


Literatur
– M. Jeanneret, La commune du Grand et du Petit S. des origines à nos jours, 1956
Kdm NE 3, 1968, 257-268
– M. Evard, S., 2001

Autorin/Autor: Maurice Evard / MS