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Mayr, Johann Heinrich

geboren 3.5.1768 Arbon, gestorben 27.10.1838 Arbon, ref., von Arbon. Sohn des Leodegarius, Färbers und Bleichers, und der Maria Ursula Sulzer. Ledig. Aus einer Arboner Kaufmanns- und Politikerfamilie. Internate in Lörrach, Vevey und Aarau, kaufmänn. Volontariat in Mailand und Genua. Nach dem Tod des Vaters 1791 Übernahme des Betriebs auf der Bleiche bei Arbon (Indienne-Fabrikation, Bleiche, Landwirtschaftsbetrieb), 1797 Eröffnung einer Niederlassung (Färberei) in Rheineck, 1805 in Mülhausen (Seidendruckerei), zeitweise über 100 Mitarbeiter. Mit seinem Onkel David und seinem Neffen Michael Teilhaber einer Textilfirma, wiederholt gemeinsame Reisen nach Italien. Nach dem Tod der Mutter 1809 Rückzug von den Geschäften. 1812-13 Reise in den Nahen Osten, 1815 Publikation seiner Erlebnisse (Ehrenname "Libanon-Mayr"). Kontakt und Briefwechsel u.a. mit Angelika Kauffmann, David Hess, Johann Conrad Appenzeller, Johannes Büel und Thomas Bornhauser. M. liess sich grundsätzlich in kein polit. Amt wählen und trat keinem Verein bei. Er begriff sein Leben als Pilgerschaft; in seinen religiösen Anschauungen stand er der Herrnhuter Brüdergemeine nahe. M. führte zeitlebens Tagebuch und hinterliess u.a. die über 3'000 Seiten umfassende handschriftl. Autobiografie "Meine Lebenswanderung".


Werke
Schicksale eines Schweizers während seiner Reise nach Jerusalem und dem Libanon, 1815 (21820)
Englands Industrie, und die mechan. Erfindungen, sind das Verderben des festen Landes, 1817
Meine Lebenswanderung, hg. von K. Buenzli, 4 Bde., 2010
Archive
– StATG, Nachlass
Literatur
– G. Büeler, «Johann Heinrich M. auf der Bleiche bei Arbon (1768-1838)», in ThBeitr. 49, 1909, 1-63

Autorin/Autor: Kurt Buenzli