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Dombresson

Polit. Gem. NE, Bez. Val-de-Ruz. Das Gemeindegebiet umfasst die Hauptsiedlung im Talboden, den Weiler Les Vieux Prés auf 1030 m sowie zahlreiche Einzelhöfe. Das an der Linie Neuenburg-Saint-Imier gelegene Dorf entwickelte sich entlang des alten Laufes des Seyon, der 1928 zwecks Strassenverbreiterung kanalisiert und abgedeckt wurde. 1178 ecclesiam de Danbrizun. 1531 145 Einw.; 1750 467; 1850 860; 1920 1'282; 1950 963; 2000 1'521. In D. wurde 1824 ein Depot von 400 Silber- und Goldmünzen entdeckt (geprägt zwischen 145 v.Chr. und 55 n.Chr.). Die Pfarrei D. umfasste Savagnier (bis 1876), Villiers und Le Pâquier (NE). Die Kollatur der Pfarrkirche Saint-Brice hatte das Chorherrenstift Saint-Imier inne, dessen Nachfolge 1530 die Stadt Biel antrat. Sie führte bereits 1531 in D. die Reformation ein. 1552 erwarb René de Challant, Herr von Valangin, die Kollatur. Die heutige ref. Kirche stammt aus dem 17. Jh. Nach einem Brand 1994 wurde sie wieder aufgebaut. In weltl. Belangen unterstand D. der Herrschaft Valangin, später der Mairie gleichen Namens.

Die bis ins 20. Jh. vorherrschende Landwirtschaft wird in der Ebene als Ackerbau, im Berggebiet als Viehzucht betrieben. Die Böden wurden vom einheim. Agronomen David Fallet (1735-98) mit Mergel melioriert. 1804 erwarb D. die métairie de Frienisberg (Hof und Alpweiden) am Chasseral. In kleinen Werkstätten wurden Uhren produziert. In der ersten Hälfte des 20. Jh. setzte eine langsame wirtschaftl. Entwicklung ein. Die 1903 erbaute Schmalspurbahn wich 1948 einem Busbetrieb, der D. mit Neuenburg und Hauts-Geneveys (SBB-Bahnhof) verbindet. Seit 1974 befindet sich im ehemaligen von François-Louis Borel gegr. Waisenhaus (1880) ein pädagog. Zentrum.


Literatur
Kdm NE 3, 1968, 241-253
– R. Scheurer, «Temple national et chapelle indépendante à D.», in MN, 1973, 114-131
– M. Evard D., 2004

Autorin/Autor: Maurice Evard / GS