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Chézard-Saint-Martin

Ehemalige politische Gemeinde NE, Bezirk Val-de-Ruz, seit 2013 mit Boudevilliers, Cernier, Coffrane, Dombresson, Engollon, Fenin-Vilars-Saules, Fontainemelon, Fontaines (NE), Le Pâquier, Les Geneveys-sur-Coffrane, Les Hauts-Geneveys, Montmollin, Savagnier und Villiers Teil der neuen Gemeinde Val-de-Ruz. C. umfasste die Dörfer Saint-Martin, Grand- und Petit-Chézard. Der Übergang von Pertuis verbindet das Erguel mit Neuenburg. 1531 28 Feuerstätten; 1850 777 Einw.; 1900 1'061; 1941 920; 1950 974; 2000 1'601. 998 Sancto Martino, 1143 Esser (Petit-Chézard), 1285 Chesas (Grand-Chézard). 1870 wurde eine röm. Villa aus dem 2. Jh. entdeckt. Anfang des 14. Jh. hielt der Prior von Môtiers (NE) in zwei von drei Jahren Gericht in C. Die Kirche Saint-Martin, bereits 998 Pfarrkirche (Neubau 1684), hing vom Priorat Bevaix ab. 1753 wurde Grand-Chézard von der Pfarrei Fontaines-Cernier abgetrennt. Vom 14. Jh. an regelten die drei Dörfer gemeinsam Nutzung und Unterhalt von Wäldern und Weiden (1531), Backöfen (1629), Wegen (1629) und Brunnen (1782). Im Tal wurde Getreideanbau, in den Bergen Viehwirtschaft betrieben. 1715 führte Jean Labran die Indienne-Druckerei ein. Ab dem 18. Jh. liessen sich auf den Anhöhen Berner Bauern nieder. Um 1895 arbeitete eine Uhrenfabrik mit den kleinen Uhrenateliers zusammen. Die erste Hälfte des 20. Jh. war eine Zeit der Stagnation. 1922-24 erfolgte eine Flurbereinigung. Seit 1956 wird C. allmählich zur Wohngemeinde mit wenigen Miet-, zahlreichen Einfamilienhäusern und etwas Gewerbe.


Literatur
Kdm NE 3, 1968, 232-241
– M. Evard, «Pratiques agricoles et activités paysannes au Val-de-Ruz en 1772», in MN, 1983, 73-83
– «Vie sociale et lieux publics», in Centre communal C., 1991, 13-20
– M. Evard, C., chronique d'une communauté villageois, 1998

Autorin/Autor: Maurice Evard / AW