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Caumartin, Jacques Le Fèvre de

gestorben 10.12.1667. Sohn des Louis, Ambassadors (1605-07). 1641-48 war C. Ambassador in Solothurn. Angesichts zahlreicher Konfliktpunkte (Neutralität Burgunds, Räumung des Fürstbistums Basel, missbräuchl. Verwendung der Schweizer Soldtruppen, Festsetzung Frankreichs am Oberrhein und ausstehende Soldzahlungen) verschlechterten sich die franz.-eidg. Beziehungen. Gemäss seinem Auftrag, Zeit zu gewinnen, verhinderte er die Entsendung einer eidg. Gesandtschaft nach Paris und arbeitete 1645-46 dem Plan einer eidg. Gesandtschaft an den Friedenskongress in Westfalen entgegen. Als die Abtretung des Elsass an Frankreich feststand, unterstützte C. die Mission Johann Rudolf Wettsteins (1594-1666). Insgesamt war seine Gesandtschaft wenig erfolgreich, nicht zuletzt wegen seines arroganten Auftretens. Selbst in Solothurn traf er auf eine starke Gegnerschaft. Nach seiner Abberufung intrigierte C. von Paris aus gegen seinen Nachfolger Jean de La Barde.


Literatur
– E. Rott, Histoire de la représentation diplomatique de la France auprès des cantons suisses, de leurs alliés et de leurs confédérés 6, 1917, v.a. 135
– E. Meyer, «Hans Jakob vom Staal d.J.», in JbSolG 54, 1981, 153-177, 221
1648, die Schweiz und Europa, hg. von M. Jorio, 1999, 43-47, 62 f.

Autorin/Autor: André Schluchter