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Talleyrand, Auguste de

geboren 19.2.1770 (Auguste-Louis de T.-Périgord) Paris,gestorben 20.10.1832 Milanino (Gem. Luisago, Lombardei), kath., Franzose. Cousin des Charles-Maurice T. Graf. ∞ 1804 Caroline d'Argy. T. war franz. Diplomat, bevollmächtigter Minister und ab 1808 ao. Gesandter in der Eidgenossenschaft. Er sorgte wie sein Vorgänger Honoré Vial dafür, dass die Schweiz vom napoleon. Frankreich abhängig blieb. 1809 verteidigte er die Interessen seines Landes bei den Grenzverletzungen und 1810 bei der Besetzung des Tessins durch franz. Truppen. Er überwachte die Einhaltung der Kontinentalsperre und die Umsetzung der strengen Zensur des napoleon. Regimes. Seine Verhandlungen mit der Tagsatzung führten am 28.3.1812 zu einer neuen militär. Kapitulation der Eidgenossenschaft. Als das Erste Kaiserreich zu wanken begann, bemühte sich T., die Schweiz auf der Seite Frankreichs zu behalten: Im Sept. und Okt. 1813 verlangte er mehrfach den Abzug der Truppen aus dem Tessin, später forderte er Napoleon auf, das Vertrauen der Schweizer durch Begünstigungen zu gewinnen. Nach seiner Verhaftung durch die Österreicher im Dez. 1813 wurde T. aus der Schweiz ausgewiesen. In der Restauration 1814 von Ludwig XVIII. wieder in seine Funktion eingesetzt, blieb T. während der Hundert Tage dem König treu und verharrte auf seinem Posten. 1815 wurde er Pair de France und rang den meisten Kantonen militär. Kapitulationen ab. Er vertrat die protektionist. Zollpolitik seiner Regierung gegenüber der Schweiz und zwang diese mithilfe seiner Amtskollegen der Hl. Allianz, die liberale Presse zu sanktionieren. Als er das Vertrauen des von Joseph de Villèle präsidierten Kabinetts verlor, wurde er im Juni 1823 zurückgerufen und durch Clément Edouard de Moustier ersetzt.


Literatur
– G. Steiner, Napoleons I. Politik und Diplomatie in der Schweiz während der Gesandtschaftszeit des Gf. Auguste de T., 1907
– E. Guillon, Napoléon et la Suisse, 1803-1815, 1910, 158-324
– I. Delgado, La diplomatie française en Suisse pendant les années 1814 et 1815, Liz. Neuenburg, 1983

Autorin/Autor: Victor Monnier / CN