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Olry, Johann Franz Anton von

geboren 3.3.1769 Andlau (Elsass), gestorben 27.2.1863 Strassburg, kath., aus Andlau. Sohn des François, Landvogts von Andlau, und der Thérèse Scheck. Ledig. Stud. am königl. Kollegium in Colmar und an der Univ. Strassburg. Wegen antirevolutionärer Umtriebe Flucht in die Schweiz. Ab 1799 im bayer. Staatsdienst (Berlin, St. Petersburg und Dresden), 1807-27 als Ministerresident diplomat. Vertreter in Bern, 1827-42 in Turin. O. führte Karl Ludwig von Haller 1821 zur Konversion zum Katholizismus. Während dessen Exil war O. Sprachrohr des reaktionären geheimen Komitees (Olry-Haller'sche Clique) in Bern, Mittelpunkt der sog. Ultras in der Schweiz und eine zentrale Figur des restaurativen Katholizismus. 1816 Ritter.


Archive
– Geheimes StA München, Personalakte
Literatur
– H. Raab, «Johann Franz von O. und Karl Ludwig von Haller», in Fs. für Max Spindler, hg. von D. Albrecht et al., 1969, 685-707
Dt. Biogr. Archiv 2, 1989-1993, Fiche II 968, 67-69

Autorin/Autor: Albert Portmann-Tinguely