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Reiss, Ignaz

geboren 1899 (Nathan Poretski) Podwoloczyska (Galizien, heute Ukraine), gestorben 4.9.1937 Lausanne, konfessionslos. Sohn armer jüd. Eltern. Vor dem 1. Weltkrieg Besuch der Mittelschule in Lemberg (heute Lwiw, Ukraine), dann Hilfsarbeiter bei der Eisenbahn. 1919 Beitritt zur KP Polens, nach dem poln.-sowjet. Krieg 1920 nach Wien an den Internat. Kongress der Sozialist. Jugend entsandt. Ab 1921 unter dem Decknamen R. Mitarbeiter des sowjet.-militär. Nachrichtendiensts in Polen, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz. Nach wachsender Desillusionierung über die Zustände in der Sowjetunion bekannte sich R. 1937 in einem offenen Brief zu Leo Trotzki und rief zum Bruch mit Stalins Sowjetunion auf. Nach seiner Flucht in die Schweiz nach Finhaut wurde er von einem Kommando der Auslandsabteilung der sowjet. Geheimpolizei aufgespürt und bei Lausanne erschossen.


Literatur
– P. Huber, «Der Mord an Ignaz R.», in SZG 40, 1990, 382-408

Autorin/Autor: Peter Huber