Ponts-de-Martel, Les

Polit. Gem. NE, Bez. Le Locle, auf der Nordseite des Vallée de la Sagne et des Ponts am Hochmoor gelegen, umfasst neben Les P. die Weiler Martel-Dernier und Petit-Martel. Der Ortsteil Le Joratel wechselte 1920 zur Gem. Brot-Plamboz. 1360 Martel. 1793 695 Einw.; 1850 1'687; 1870 2'189; 1900 1'957; 1950 1'508; 2000 1'297. In Les P. wurde eine röm. Münze von Ks. Claudius II. Gothicus gefunden. 1376 werden die Brücken über das Moor und der Weg nach Morteau erwähnt. Die Urbarisierung der Gegend im 15. Jh. ist durch Pachtverträge belegt, welche die Gf. von Neuenburg namentlich 1444 und 1473 ausstellten. Die ersten Einwohner sind im 16. Jh. bezeugt. Siedler aus La Sagne erlangten 1614 das Recht, eine Kapelle zu erbauen, die sie 1636 an den Standort der heutigen, 1844 umgebauten Kirche verlegten. War das Dorf zuvor nach Pontareuse kirchgenössig, bildete Les P. ab 1652 eine eigene Kirchgemeinde. Die Kirchgenossenschaft, der sich Zuzüger aus Le Locle, Travers und Brot anschlossen, wurde 1786 zur polit. Gemeinde erhoben. Les P. unterstand der Mairie von Rochefort und der Herrschaft von Travers. 1832-48 war das Dorf Sitz eines Zivilgerichts. Als sich im 19. Jh. Uhrenfabriken ansiedelten, entwickelte es sich zum Industrieort, während die Weiler ihren ländl. Charakter behielten. In den beiden Weltkriegen wurde im Hochmoor Torf gewonnen. Der Moorweg Marais-Rouge (1998, 1991 ins Inventar der Hochmoore von nationaler Bedeutung aufgenommen) informiert über die Geschichte des Torfabbaus und auf dem Lehrpfad durch die Moorlandschaft von Les P. (2000) lassen sich die Naturschönheiten der Region entdecken. 2005 stellte der 1. Sektor 22%, der 2. Sektor 18% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
Kdm NE 3, 1968, 304-308
Les P., 2009

Autorin/Autor: Germain Hausmann / GL