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Radek, Karl

geboren 31.10.1885 (Karol Sobelsohn) Lemberg (heute Lwiw, Ukraine),gestorben 19.5.1939 im Gefängnis von Werchneuralsk (Ural), isr., Pole. Sohn des Berysz, Beamten, und der Zosia geb. Lobert. ∞ Rósa Mawrikijewna Abramowicz, Polin. Rechtsstud. in Krakau. Nachdem R. 1904-05 in Bern und Zürich gelebt und dort mit Rosa Luxemburg zusammengearbeitet hatte, nahm er in Warschau an der Revolution von 1905-06 teil. Anschliessend wirkte er beim Aufbau des radikalen Flügels der dt. Linken mit und wurde daraufhin aus der SPD ausgeschlossen. Im Schweizer Exil während des 1. Weltkriegs war R. Mitarbeiter der "Berner Tagwacht" von Robert Grimm und beteiligte sich an den Konferenzen von Zimmerwald (1915) und Kiental (1916). Nach 1917 trat er den russ. Bolschewiki bei und wurde einer der wichtigsten Führer der Kommunist. Internationale. 1928 als Trotzkist nach Sibirien verbannt, wurde R. nach einem Bekenntnis zu Stalin rehabilitiert und kam als dessen persönlicher aussenpolit. Berater wieder zu Einfluss. Seine Teilnahme an der Abrüstungskonferenz des Völkerbunds 1932 in Genf löste in der Schweizer Presse heftige Reaktionen aus. 1936 wurde R. in Moskau verhaftet und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.


Literatur
– J.-F. Fayet, Karl R., 2004

Autorin/Autor: Halina Florkowska-Frančić / AHB