• <b>Gabriel Narutowicz</b><br>Fotografie, um 1918 (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv).

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Narutowicz, Gabriel

geboren 17.3.1865 Telsze (heute Telšiai, Litauen), gestorben 16.12.1922 Warschau, Pole, von Untereggen (ab 1895) und Zürich. Sohn eines Gutsbesitzers. ∞ Ewa Krzyżanowska. N. kam 1886 zur Kur gegen Tuberkulose nach Davos. Er studierte 1886-91 am Polytechnikum Zürich, arbeitete später als Ingenieur im Büro von Louis Kürsteiner in St. Gallen und befasste sich mit dem Bau versch. Wasserkraftwerke, darunter jenem in Kubel (Gem. Stein AR). Zuerst Büroleiter, wurde er schliesslich Teilhaber. 1908-20 war N. Prof. für Wasserbau an der ETH Zürich (ab 1913 Dekan). Daneben unterhielt er ein eigenes Ingenieurbüro und beteiligte sich am Bau des Wasserkraftwerks Mühleberg. Publikationen in der "Schweiz. Bauzeitung". Ab 1914 Mitglied der Internat. Rheinregulierungskommission und ab 1916 der Eidg. Wasserwirtschaftskommission. Jurymitglied beim Wettbewerb für den Ausbau des Rheins zwischen Bodensee und Basel. Zurück in Polen wurde N. 1920 Minister für öffentl. Arbeiten, 1921 Präs. der Poln. Akademie der techn. Wissenschaften in Warschau, Präs. des Rats für den nationalen Wiederaufbau und 1922 Aussenminister. Wenige Tage nach seiner Wahl zum ersten Präs. der Republik Polen fiel N. dem Anschlag eines rechtsextremen Fanatikers zum Opfer.

<b>Gabriel Narutowicz</b><br>Fotografie, um 1918 (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv).<BR/>
Fotografie, um 1918 (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv).
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Archive
– ETH-BIB, Nachlass
Literatur
– M. Andrzejewski, Gabriel N.: Wasserbauer, Hochschullehrer und Politiker, 2006

Autorin/Autor: Halina Florkoswka-Frančić / AHB