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Luxemburg, Rosa

geboren 5.3.1871 (evtl. 1870) Zamost (Russisch-Polen), gestorben 15.1.1919 Berlin, isr.; Tochter des Eduard, Holzhändlers, und der Lina geb. Löwenstein. Schulen in Warschau, erste polit. Aktivitäten. 1889 Flucht in die Schweiz, 1889-97 an der Univ. Zürich sowie Aufenthalte in Genf und Paris: zunächst Stud. der Natur- und Geistes-, ab 1892 der Staatswissenschaften (1897 Promotion). L. war zugleich in der poln. Emigration politisch aktiv, 1893 begründete sie mit ihrem langjährigen Lebenspartner Leon Jogiches die Sozialdemokratie des Königreichs Polen als Alternative zu der für die nationale Unabhängigkeit eintretenden Polnischen Sozialist. Partei. L.s Kontakte zur schweiz. Arbeiterbewegung beschränkten sich auf einzelne Vertreter, etwa den Redaktor Robert Seidel, dessen Organ "Arbeiterstimme" sie als Forum nutzte. Die Schweiz schätzte sie als Ferienland. 1898 ging L. mit Gustav Lübeck, dem Sohn dt. Emigranten, in Basel eine Scheinehe ein, um die preuss. Staatsbürgerschaft zu erlangen. Sie übersiedelte nach Berlin und wurde in der dt. wie in der internat. Sozialdemokratie bald zu einer führenden Vertreterin auf dem linken Flügel. Während der Novemberrevolution wurde die Kriegsgegnerin und Mitbegründerin der Kommunist. Partei Deutschlands von konterrevolutionären Truppen ermordet.


Literatur
– V. Stadler-Labhart, Rosa L. an der Univ. Zürich 1889-1897, 1978
– A. Laschitza, Im Lebensrausch, trotz alledem, 1996

Autorin/Autor: Markus Bürgi