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Sassulitsch, Vera Iwanowna

geboren 27.7.1849 Michajlowka (Gouvernement Smolensk, Russland), gestorben 8.5.1919 Petrograd, Russin. Als Attentäterin auf den Petersburger Stadthauptmann 1878 wurde S. zu einer Symbolfigur der Narodniki. Nach deren Spaltung schloss sie sich dem sozialist. Flügel an und floh 1880 nach Genf. Dort gründete sie 1883 mit Georgi Walentinowitsch Plechanow, Pawel Borissowitsch Axelrod und Lew Grigorjewitsch Deutsch die erste russische marxist. Organisation Befreiung der Arbeit. S. verbrachte die Exiljahre in Genf, Zürich, London und München, war 1888 Mitorganisatorin des Auslandsbunds russ. Sozialdemokraten, Delegierte an den Kongressen der 2. Internationale und wirkte 1902 am Programm der Russ. Sozialdemokratischen Arbeiterpartei mit. 1905 kehrte sie nach Russland zurück, nahm am polit. Leben jedoch nur noch geringen Anteil. Sie gilt als wichtige Theoretikerin des frühen russ. Marxismus und diskutierte mit Karl Marx über die Entwicklung des russ. Kapitalismus.


Werke
Vospominanija, 1931, (Erinnerungen)
Memorie di donne terroriste, 1979
Izbrannye proizvedenija, 1983, (ausgewählte Werke)
Literatur
– W. Geierhos, Vera Zasulič und die russ. revolutionäre Bewegung, 1977
– C. Fauré Quatre femmes terroristes contre le Tsar, 1978
– S. Rindlisbacher Leben für die Sache: Vera Figner, Vera Zasulič und das radikale Milieu im späten Zarenreich, 2014

Autorin/Autor: Monika Bankowski-Züllig