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Sagne, La

Polit. Gem. NE, Bez. La Chaux-de-Fonds. Lang gezogenes Strassendorf im östl. Teil des Vallée de La S. et des Ponts-de-Martel, bestehend aus La S., Les Cœudres, Le Crêt, Miéville, La S.-Eglise und La Corbatière. 1332 la Sagne. 1750 1'195 Einw.; 1850 1'800; 1900 1'565; 1950 1'057; 2000 997. Die Rodungen im Gebiet von La S. begannen wohl im 11. oder 12. Jh. La S. ist jedoch erst 1332 belegt, als Johann I. von Aarberg, Herr von Valangin, die Rodungsbauern (francs-habergeants) von Le Locle und La S. erwähnte. Um die Besiedlung des Gebiets zu fördern, gewährte Johann II. von Aarberg den Bauern 1363 Freiheitsrechte, die ihren Status verbesserten. 1372 legte er die Grenzen des Gebiets namens Le Clos de la Franchise fest. 1502 erwarben zahlreiche Fam. von La S. das Bürgerrecht von Valangin. La S. war vom 14. Jh. bis 1848 eine Mairie. Nach 1848 hielt die Bevölkerung an der alten Ordnung fest. Der Ort war Ausgangspunkt des royalist. Aufstands von 1856. 1351 wird eine Katharinenkapelle als Filiale von Le Locle erwähnt. Die Pfarrei La S. wurde 1499, die heutige Kirche zu Beginn des 16. Jh. errichtet (Schlusssteine von 1521 und 1526). La S. profitierte von seiner Lage an der Verbindungsstrasse zwischen Neuenburg und der Freigrafschaft Burgund. Im 14. Jh. wird die erste Wassermühle erwähnt, zwischen dem 16. und dem 19. Jh. waren bereits ein halbes Dutzend in Betrieb. Anfang des 16. Jh. ist auch eine Windmühle bezeugt. Ab 1659 wurden Moorgebiete in Kulturland verwandelt. Die Bewohner waren im 18. Jh. in der Spitzenklöppelei und in der Uhrmacherei beschäftigt. Im 19. Jh. entwickelten sich die Viehzucht, die Käserei, der Holzhandel und der Torfabbau. Die Eisenbahnstrecke zwischen Les Ponts-de-Martel, La S. und La Chaux-de-Fonds wurde 1889 eröffnet und 1950 elektrifiziert. 1982 erfolgte die Wiedereröffnung des 1880 gegründeten hist. Museums. Zu Beginn des 21. Jh. war La S. immer noch stark von der Landwirtschaft geprägt. Der 1. Sektor stellte 2005 32% der Arbeitsplätze.


Literatur
– L. Montandon, A. Besson, Compagnie des Chemins de fer des Montagnes neuchâteloises CMN, 1951
Kdm NE 3, 1968, 362-380
RHN, 1999, 247-256
La S., 2007

Autorin/Autor: Caroline Calame / BE