No 1

Birjukow, Pawel Iwanowitsch

geboren 4.11.1860 Iwanoskoye Kostroma (Russland), gestorben 10.10.1931 Genf, aus einer russ. Adelsfam., ab 1913 von Onex. ∞ Paula Scharapoff. B. leistete kurze Zeit Dienst in der Marine. 1884 wurde er Schüler, später Freund Lew Tolstois. 1891 verbrachte er fünf Monate in der Schweiz, um in Genf Texte Tolstois zu publizieren. 1897 wurde er in Russland wegen seiner Tätigkeit zugunsten der Duchoborzen (Kämpfer für den Geist) verhaftet und zu Verbannung verurteilt. Er liess sich in Onex nieder (trotz der Verurteilung weilte er 1905-11 in Russland), gab Werke Tolstois heraus und empfing zahlreiche Landsleute. Ab 1914 arbeitete er mit den Pazifisten zusammen (Romain Rolland, Ford Peace Mission 1916). B. sympathisierte mit der Russ. Revolution und konnte als Beauftragter des Russ. Roten Kreuzes mit einem Konvoi von Heimkehrern am 2.11.1918 nach Russland reisen. Im März 1919 kehrte er in einem Zug mit repatriierten Schweizern zurück. Er wurde als Bolschewist verdächtigt, ohne aber deshalb belangt werden zu können. Bis 1926 kehrte er noch mehrmals nach Russland zurück, wo er sich um das Tolstoi-Museum und um die Veröffentlichung der Werke des Dichters kümmerte, dem er eine umfangreiche Biografie (1921) widmete. Zudem setzte er sich für Dienstverweigerer aus Gewissensgründen ein.


Literatur
– A.E. Senn, «P.I. Biriukov», in The Russian Review, 1973, 278-285

Autorin/Autor: Marc Vuilleumier / GG