Saint-Aubin-Sauges

Polit. Gem. NE, Bez. Boudry. Die Gem. in der Region La Béroche erstreckt sich vom Ufer des Neuenburgersees bis auf 1436 m Höhe. 1888 fusionierten Sauges und Saint-Aubin zur Gem. S. 1176 Sancti Albini, 1340 villa de Sauges. Saint-Aubin 1784 270 Einw.; 1850 530; 1880 675. Sauges 1784 98 Einw.; 1850 248; 1880 263. S. 1888 990; 1900 1'105; 1950 1'358; 2000 2'426. Fünf neolith. Ufersiedlungen (Cortaillodkultur bis Auvernier cordé). Menhire in Le Devens. Tumuli aus der Hallstatt- und Latènezeit. Röm. Siedlungsspuren. S. gehörte zum Eigengut der Herrschaft Gorgier, die im 13. Jh. an die Herren von Stäffis fiel. 1344 erwarb das Haus Neuenburg die Herrschaft, deren Gericht in S. tagte. 1874 konstituierte sich die Gemeinde. Die dem hl. Albin geweihte Kirche schenkte der Bf. von Lausanne 1176 dem Abt von Saint-Maurice, der sie 1566 an die fünf Gem. der Region La Béroche verkaufte. Die 1228 erstmals erw. Pfarrei schloss sich 1531 der Reformation an. Seit 1812 umfasst sie auch Vaumarcus und Vernéaz. Die kath. Pfarrei La Béroche-Bevaix entstand 1948. Wirtschaftlich herrschten bis ins 19. Jh. Weinbau und Landwirtschaft vor. Das Holzgewerbe ist seit 1378 belegt. Im 19. Jh. wurden Textilgewerbe und Spitzenklöppelei betrieben, während gleichzeitig die Uhrmacherei aufkam. Zwischen 1838-67 wurde Asphalt zu Mastix und Bitumenrohren verarbeitet. Ende des 19. Jh. wandte sich ein Teil der Uhrenindustrie der Feinmechanik und dem Werkzeugbau zu. Zwischen 1899 und 1903 entstanden die Motorenfabriken Zürcher (später Bregnard SA), Allisson und Moser. S. ist der Verwaltungshauptort und das wirtschaftl. Zentrum der Béroche. 1980 arbeiteten 61% der Erwerbstätigen in der Industrie; 2005 stellte der 2. Sektor noch 34% der Arbeitsplätze in der Gemeinde. Die Gebäude der 1873 eingerichteten Haftanstalt Le Devens nutzte ab 1919 eine Stiftung der Heilsarmee für Alkoholabhängige. Das 1905 gegr. Regionalspital La Béroche wurde 2000 (Aufhebung der Geburtsabteilung) im Rahmen der kant. Spitalplanung in ein Gesundheitszentrum umgewandelt und ist seit 2006 Teil des Hôpital neuchâtelois.


Literatur
KdM NE 2, 1963, 430-441
– J.-M. Barrelet et al., S., 100 ans d'histoire, 1988
Hist.NE 1

Autorin/Autor: Olivier Girardbille / EM