01/03/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Corcelles-Cormondrèche

Polit. Gem. NE, Bez. Boudry. Umfasst die beiden Strassendörfer Corcelles (an steilem Hang) und Cormondrèche (auf einer Terrasse) sowie die mit Einzelhöfen besiedelte Lichtung Serroue. 1092 Curcellis, um 1220 Cormundreschi. 1750 562 Einw.; 1850 823; 1900 1'460; 1950 2'243; 1990 3'336; 2000 3'914. Hügelgrab aus der Hallstattzeit. Grab aus dem 7. Jh. n.Chr. Zur Zeit der Gründung des Priorats Corcelles (1092) stand dort bereits eine Kirche (später Marienpatrozinium). Bis 1838 umfasste die Pfarrei bzw. Kirchgem. neben C. die Dörfer Coffrane, Les Geneveys-sur-Coffrane und Montmollin. 1357 und 1359 erhielt C. vom Gf. von Neuenburg das Nutzungsrecht für die Wälder, eine der Haupteinnahmequellen der Gem. im Ancien Régime. Bei der Einführung der Reformation 1530 teilten die Gräfin von Neuenburg und der Herr von Colombier den säkularisierten Besitz des Priorats Corcelles zu gleichen Teilen auf: die daraus folgende unterschiedl. herrschaftl. Abhängigkeit der Einwohner blieb lange bestehen. Bis 1848 war C. Teil der Mairie la Côte. Wälder, Kirche, Gottesdienst, Fürsorge, Polizei und Feuerpolizei wurden von der Gesamtgem. C. verwaltet, während die beiden Weiler bzw. deren Korporationen vom Beginn des 17. bis Mitte 19. Jh. Schulwesen, Brunnenaufsicht und Nachtwache getrennt regelten. Seit dem Bau des Bahnhofs Corcelles-Peseux (1859-60) und der Einrichtung einer Trolleybuslinie (1902) industrialisierte sich C., das durch Landwirtschaft und Weinbau geprägt ist, und wurde zur Vorstadtgemeinde. Heute beherbergt es eine ganze Reihe von Kleinunternehmungen und ist Sitz der Neuenburger Elektrizitätswerke (Ensa).


Literatur
Kdm NE 2, 1963, 221-248
– J. Courvoisier, C., 1972
– J. Bujard, «Aperçu des découvertes archéologiques anciennes et récentes dans les églises neuchâteloises», in RHN, 1998, 249-252

Autorin/Autor: Germain Hausmann / EB