07/06/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Bôle

Polit. Gem. NE, Bez. Boudry. An Hang gelegenes, ursprüngliches Strassendorf auf dem Trassee der alten Römerstrasse Vy d'Etraz, von der westl. des Dorfes noch ein Teil zu sehen ist. 1346 Boule. 1750 193 Einw.; 1850 291; 1900 525; 1950 571; 1970 1'422; 2000 1'778.

Rund 30 Gräber aus der Merowingerzeit, südl. der Kirche aufgefunden, zeugen von einer frühen Besiedlung. Je nach Zugehörigkeit leisteten die Einwohner ihre Abgaben entweder dem Herrn von Colombier (NE) oder dem Schaffner von Boudry, der sie für den Gf. von Neuenburg entgegennahm. Bis 1848 gehörte B. zur Kastlanei Boudry. Im MA war B. Teil der Grosspfarrei Pontareuse. 1531-35 hatte der ref. Pastor dieser Pfarrei Wohnsitz in B. Ab 1639/44 betreute ein Diakon, ab 1662 ein Pfarrer die Gemeindemitglieder von B. und Rochefort, doch wurde B. erst 1860 eine selbstständige Kirchgemeinde.

1356 erhielt B. mit den Nachbargem. Colombier und Areuse einen Wald in Pacht, dessen gemeinschaftl. Verwaltung bis Mitte des 18. Jh. dauerte. Ende des 18. Jh. begann die Ausbeutung der Mergelgruben in der Umgebung. Zwischen 1750 und 1800 arbeitete ein grosser Teil der Bevölkerung in den Indiennefabriken am Unterlauf der Areuse. Die Einwohner benützten ab 1859 den Bahnhof Colombier an der Linie Neuenburg-Yverdon. Erst 1895 erhielt B. eine eigene Haltestelle an der Linie Neuenburg-Pontarlier. B. hat sich, beschleunigt nach 1945, vom Bauerndorf zur Wohngem. gewandelt. Wenig industrialisiert weist B. neben meist ausserhalb der Ortschaft liegenden Lagerhäusern einige kleine und mittlere industrielle Betriebe auf.


Literatur
Kdm NE 2, 1963, 340-346

Autorin/Autor: Germain Hausmann / KMG