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Guggenheim, Werner Johannes

geboren 30.9.1895 St. Gallen, gestorben 25.5.1946 Bern, ref., von St. Gallen. Sohn des Karl, Spitzenfabrikanten. ∞ 1931 Ursula von Wiese, Schriftstellerin. Stud. der Germanistik in Zürich und Lausanne (1919 Promotion), Ausbildung zum Dramaturgen in Berlin. 1922-23 Dramaturg und Regisseur am Landestheater in Braunschweig (Niedersachsen) und 1924-33 am Stadttheater St. Gallen, wo er auch selbst verfasste Lustspiele aufführte (z.B. "Die Frau mit der Maske" 1927). Ab 1934 war G. als freier Übersetzer (u.a. von Charles Ferdinand Ramuz, Ignazio Silone und Alfred Gehri) und Schriftsteller tätig. Nebst Historiendramen und Komödien schrieb er auch antifaschist. Zeitstücke. Seinen grössten Erfolg hatte er mit "Bomber für Japan" (1938), in dem er den Waffenhandel der Schweiz anprangerte. G.s 1938 entstandenes provokantes Stück "Erziehung zum Menschen", in dem die nationalsozialist. Rassenlehre kritisiert wird, kam erst nach dem Krieg zur Aufführung. 1931-46 Präs. der Gesellschaft Schweiz. Dramatiker. 1946 Preis der Schweiz. Schillerstiftung.


Literatur
– C. Linsmayer, Literaturszene Schweiz, 1989, 218 f.
Kein einig Volk, hg. von U. Käser-Leisibach, M. Stern, 1993

Autorin/Autor: Ursula Käser-Leisibach