Benjamin, Walter

geboren 15.7.1892 Berlin, gestorben 27.9.1940 (Freitod) Port-Bou (Spanien), isr., Deutscher. Sohn des Emil, Mitinhabers eines Antiquitäten-Auktionshauses. ∞ 1917 Dora Sophie geb. Kellner, geschiedene Pollak, Tochter des Leon, Anglisten (1930 geschieden). B. reiste 1917 in die Schweiz, um sich von seinen Ischiasanfällen zu heilen. Bis 1919 lebte er in St. Moritz, Zürich, Bern und Muri bei Bern. 1920 promovierte er beim Philosophen Richard Herbertz an der Univ. Bern mit der Dissertation "Der Begriff der Kunstkritik in der dt. Romantik". Ab 1920 Literaturkritiker in Berlin, ab 1933 im Exil in Frankreich. 1936 veröffentlichte B. in Luzern unter dem Pseudonym Detlef Holz "Deutsche Menschen". B. blieb dem jüd. Messianismus auch nach der Hinwendung zum Marxismus verpflichtet, den er in die Analyse von Bürgertum und Faschismus kritisch einbezog. Die Wiederentdeckung des revolutionären Intellektuellen B. nach dem 2. Weltkrieg beeinflusste auch die schweiz. Studentenbewegung nach 1968.


Literatur
– W. Fuld, Walter B., 1979, (Biogr.)
– Killy, Literaturlex. 1, 417-421
Walter B. 1892-1940, hg. von U. Steiner, 1992

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach