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Evers, Ernst August

geboren 30.4.1779 Isenhagen (Niedersachsen), gestorben 6.1.1823 Lüneburg, ref., aus Hannover, 1811 Kantons- und Ehrenbürger von Aarau. Sohn des Johann Friedrich und der Johanna. ∞ 1812 Tochter des Jakob Nüsperli, Pfarrers. Schwager des Heinrich Zschokke. E. studierte klass. Philologie in Hannover, ab 1798 in Halle, ab 1801 in Göttingen. Schüler von Friedrich August Wolf. 1804 Rektor der Kantonsschule Aargau, 1817 Inspektor und Prof. an der Ritterakademie St. Michaelis in Lüneburg. Als Kritiker der aufklärerischen Pädagogik und Verfechter einer bürgerl. Öffentlichkeit wandte er sich gegen die Vorstellung, dass das Individuum der Brauchbarkeit und Nützlichkeit und den Zwängen von Staat und Beruf zu opfern sei. Er stellte vielmehr die umfassende Bildung des Menschen und besonders das Stud. der philolog. Fächer in den Vordergrund. E. vertrat die Ansicht, dass die öffentl. Schule neben dem Unterrichtsauftrag auch eine erzieherische Aufgabe wahrzunehmen habe.


Werke
Über die Schulbildung zur Bestialität, 1807
Literatur
– G. Fachinger, Anspruch und Wirklichkeit des Neuhumanismus dargestellt am Beispiel des Schulmannes Ernst August E. (1779-1823), 1988

Autorin/Autor: Hans-Ulrich Grunder