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Saas-Fee

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Polit. Gem. VS, Bez. Visp. Die am Fuss des Doms gelegene Gem. ist von 13 Viertausendern umgeben. 1304 vee, franz. früher Fée. 1850 233 Einw.; 1900 280; 1950 504; 2000 1'454. Pollen- und Holzkohlefunde im Moor von S. lassen auf eine Besiedlung oder Begehung im 4. Jt. v.Chr. schliessen. S. war Teil der Grossgemeinde Saas, die zum Meiertum Visp gehörte und sich 1392 in vier Viertel teilte. Der Viertel S. regelte das Dorfleben und die Nutzung der Wälder, Weiden, Alpen und der Jagd in sog. Bauernzünften (u.a. 1456, 1516, 1538, 1596 und 1763). Kirchlich gehörte S., das ab 1715 ein Rektorat mit eigenem Seelsorger war, bis zur Bildung einer eigenen Pfarrei 1893 zu Saas mit der Pfarrkirche in Saas-Grund. Die erste Pfarrkirche von 1894 wurde 1963 durch die Herz-Jesu-Kirche ersetzt.

Die Bevölkerung lebte weitgehend autark von Viehzucht und Landwirtschaft. Anfang 19. Jh. besuchten erste Naturforscher das Gletscherdorf, das mit dem einsetzenden Alpinismus an Bedeutung gewann (1854 Erstbesteigung Strahlhorn). 1880 entstand das erste Hotel in S. Weitere folgten, obwohl der Tourismus bis Mitte des 20. Jh. ein Nebenerwerb im Sommer blieb. 1948 nahm der erste Skilift den Betrieb auf. Nach der Eröffnung der Strasse Saas-Grund-S. 1951 setzte eine rasante Entwicklung ein und der Winterbetrieb überflügelte den Sommerbetrieb. In den 1950er und 60er Jahren wurden um S. alle Skigebiete durch Ski- und Sessellifte sowie Gondel- und Luftseilbahnen erschlossen und die Übernachtungszahlen stiegen von 66'000 1950 auf 538'300 1970 (2000 804'500). 2008 zählte der Ferienkurort 11'814 Gästebetten (ca. 1,4 Mio. Übernachtungen). Seit 1980 sind die Dorfgassen autofrei.


Literatur
– J.-J. Senglet, S. im Rückspiegel, 1991
– O. Supersaxo, R. Imseng, S., 1991
100 Jahre Pfarrei S., 1993

Autorin/Autor: Paul Martone