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Follen, Karl

geboren 6.9.1796 Romrod (Hessen), gestorben 13.1.1840 Long Island Sound (USA). Sohn des Christoph, Landrichters. Bruder des August ( -> 1). 1818 Dr. iur. an der Univ. Giessen, dann PD in Jena. F. war der Anführer der sog. Giessener Schwarzen, die auf deutschnational-christl.-republikan. Grundlage die dt. Einheit nötigenfalls auch mit Gewaltmitteln herbeiführen wollten. Nach der Ermordung des Schriftstellers August von Kotzebue durch Karl Ludwig Sand wurde F. als geistiger Urheber beschuldigt und floh deshalb 1819 in die Schweiz. Er war 1820-21 Lehrer für alte Sprachen und Geschichte an der Kantonsschule Chur, wurde entlassen und arbeitete darauf 1821-24 als Prof. für Rechtswissenschaften an der Univ. Basel. Nach der Aufdeckung des von ihm inspirierten Jünglingsbundes floh er vor dem preuss.-österr. Auslieferungsbegehren in die USA.


Literatur
NDB 5, 286 f.
– Kosch, Deutsches Literatur-Lex. 5, 292-295
– Killy, Literaturlex. 3, 426

Autorin/Autor: Markus Bürgi