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Follen, August [Adolf]

geboren 21.1.1794 Giessen (Hessen), gestorben 26.12.1855 Bern, ab 1823 von Effingen, 1829-53 von Altikon. Sohn des Christoph, Landrichters. ∞ 1824 Susanna Ritzmann, Tochter des Hans Heinrich, Müllers. Stud. der Philosophie und Theologie in Giessen, 1814 Freiwilliger im Feldzug gegen die Franzosen, Stud. der Rechte in Heidelberg. 1817 arbeitete F. als Redaktor. 1819-21 war er in Berlin wegen student. Umtriebe inhaftiert; er gehörte wie sein Bruder Karl ( -> 2) einer nationalrevolutionären Burschenschaft an. Nach seiner provisor. Entlassung floh er 1821 in die Schweiz. 1822-27 unterrichtete er Literaturgeschichte an der Kantonsschule Aarau. 1827-30 lebte er als Privatier in Altikon, 1830-47 in Höngg bzw. Fluntern (heute Gem. Zürich), wo sein Haus zum Mittelpunkt der dt. Emigration wurde. 1832-36 sass er im Zürcher Gr. Rat, 1843-45 war er Kommanditär am Literarischen Comptoir von Julius Froebel. 1847 kaufte F. das Gut Liebenfels, das er 1855 verarmt aufgeben musste. F. verband deutschnationale mit demokrat. Überzeugungen; in den Auseinandersetzungen in Zürich stand er auf liberaler Seite. Er verfasste eine der ersten literaturgeschichtl. Anthologien für höhere Schulen sowie deutschtümelnd-romant. Dichtungen und unterstützte polit. Flüchtlinge und junge Dichter, u.a. Georg Herwegh und Gottfried Keller.


Archive
– Teilnachlässe in: StadtB Winterthur, ZBZ
Literatur
– «August Adolf Ludwig F.», in Argovia 68/69, 1958, 215-217
– Kosch, Deutsches Literatur-Lex. 5, 291 f.
– W. Grab, Dr. Wilhelm Schulz aus Darmstadt, 1987

Autorin/Autor: Markus Bürgi