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Fein, Georg

geboren 8.6.1803 Helmstedt (Herzogtum Braunschweig), gestorben 26.1.1869 Diessenhofen, ref., aus Helmstedt und Lausen (Ehrenbürger 1845). Sohn des Georg, Hofbeamten und Bürgermeisters von Helmstedt, und der Friederike geb. Gravenhorst. ∞ 1849 Ernestine Ottilie von König, aus Braunschweig. Rechtsstud. in Göttingen, Berlin und Heidelberg, ohne Abschluss. 1832 als liberaler Redaktor und Teilnehmer am Hambacher Fest Ausweisung aus den dt. Staaten. 1833-34 in Zürich, 1834 einige Monate Redaktor der NZZ, Gründer eines Handwerkervereins, Ausweisung aus dem Kanton. 1834-36 in Liestal, 1835 Gründer eines jungdt. Klubs, der als Zentrale des Jungen Deutschland galt, 1836 Ausweisung aus der Schweiz. 1844-45 erneut in Liestal, aktiv in den dt. Arbeiterbildungsvereinen. 1845 Teilnehmer am 2. Freischarenzug, Gefangennahme und Auslieferung an Österreich, Abschiebung in die USA. 1848 Rückkehr nach Deutschland. Nach der Revolution in der Schweiz Journalist und Rentier: 1849-58 in Liestal, u.a. 1852 Gründer einer Fortbildungsschule, ab 1858 in Enge (heute Gem. Zürich), ab 1862 in Diessenhofen. F. vertrat stets nationaldemokrat. Auffassungen und lehnte frühsozialist. wie die atheist. Bestrebungen Wilhelm Marrs ab. In den 1860er Jahren förderte er im dt. Arbeiterbildungsverein die Selbsthilfeideen von Hermann Schulze-Delitzsch.


Archive
– Niedersächs. Staatsarchiv Wolfenbüttel, Nachlass
Literatur
– Gruner, Arbeiter
– M. Leuenberger, Frei und gleich ... und fremd, 1996
– M. Leuenberger, «Georg F. gegen Georg Herwegh», in BHBl, 1997, 109-128

Autorin/Autor: Markus Bürgi