09/02/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Saas-Almagell

Polit. Gem. VS, Bez. Visp. Die südlichste Gem. im Saastal umfasst neben dem Dorf S. einen Teil des Weilers Unter den Bodmen und die Weiler zum Moos, Alpien und Furggstalden. 1291 Armenzello, 1307 Almenkel. 1850 147 Einw.; 1900 190; 1950 335; 2000 397. Der Fund von Schalensteinen lässt auf eine urzeitl. Besiedlung oder Begehung schliessen. S. war Teil der Grossgemeinde Saas, die zum Meiertum Visp gehörte und sich 1392 in vier Viertel teilte. Sog. Bauernzünfte von 1557, 1596, 1760 und 1763 regelten im Viertel S. die Rechte der Viertelsmänner, die Allmend- und Waldnutzung sowie die Murmeltierjagd. Kirchlich gehörte S. mit der 1494 erbauten Kapelle St. Barbara (Neubau 1938-39) zur Pfarrei Saas und bildete erst ab 1893 eine eigene Pfarrei. Eher spät beteiligte sich S. mit einem ersten Hotel in den 1890er Jahren am Fremdenverkehr. 1948 wurde die Gem. durch eine Strasse erschlossen. Der Weiler Zer Meiggeru mit der 1707 erbauten Kapelle St. Anna musste 1961 dem Ausgleichsbecken des Stausees Mattmark weichen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten blühte der Schmuggel über die Bergpässe von und nach Italien, während der Tourismus erst in der 2. Hälfte des 20. Jh. zunahm (1965 Skigebiet Furggstalden). 2005 stellte der 3. Sektor ca. 76% der Arbeitsplätze und S. verfügte 2008 über 1'800 Gästebetten (166'168 Übernachtungen).


Literatur
– P.J. Ruppen et al., Saaser Chronik, 1200-1988, 31988

Autorin/Autor: Paul Martone