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Neumann, Heinz

geboren 6.7.1902 Berlin, gestorben 26.11.1937 Sowjetunion, isr., Deutscher. Sohn des Leonhard, Getreidehändlers. ∞ 1) Luise Rothschild, 2) Margarete Buber, Schwiegertochter des Martin, Schriftstellerin und überzeugte Kommunistin. 1925-28 Vertreter der KPD bei der Komintern, von Stalin gefördert. 1929-32 Mitglied des Zentralkomitees der KPD, 1930-32 Reichstagsabgeordneter und Chefredaktor der "Roten Fahne". 1932 wegen Differenzen aus der Parteileitung entfernt, für die Komintern in Spanien. Im Sommer 1934 kam N. illegal nach Zürich, wo er im Dez. verhaftet wurde. Deutschland verlangte seine Auslieferung wegen Mordverdachts; der Bundesrat lehnte diese jedoch ab, da das Delikt vorgeschoben erschien, um eines polit. Flüchtlings habhaft zu werden. Begleitet wurde der Entscheid durch eine intensive Kampagne der polit. Linken gegen N.s Auslieferung. Im Juni 1935 wurde N. vom Bundesrat ausgewiesen, nachdem die Sowjetunion seine Aufnahme garantiert hatte. Dennoch wurde er 1937 dort verhaftet und ermordet.


Literatur
– M. Buber-Neumann, Von Potsdam nach Moskau, 1957
BHE 1, 529 f.

Autorin/Autor: Hermann Wichers