20/03/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken

Grimisuat

Polit. Gem. VS, Bez. Sitten, am rechten Rhoneufer, bestehend aus G., dem Dorf Champlan sowie den Weilern Comera und Les Combes. 1001-1100 Grimisoch, früher dt. Grimslen. 1850 437 Einw.; 1900 608; 1950 926; 1980 1'691; 2000 2'331. Auf das im 13. und 14. Jh. bezeugte Geschlecht von G. geht die Burg zurück, die im 14. Jh. den Herren von Crista (Ambühl) abgetreten wurde. Dieses Gebäude, das ab dem frühen 16. Jh. bis zum Bau des heutigen Pfarramts 1981 als Pfarrhaus diente, ist das älteste Bauwerk in G. Im MA unterstand G. wohl den Herren von Ayent. Nach der franz. Invasion von 1798 wurde G. Teil des Zenden, dann des Bez. Sitten. Ab dem 11. Jh. bildete G. eine Pfarrei, die zunächst dem Bischof, 1193-1798 dem Kapitel von Sitten unterstand; die Domherren ernannten den Pfarrer bis 1920. In der 1918 renovierten Kirche St. Pankraz befinden sich Fresken aus dem 17. Jh. Champlan besitzt eine 1971 erbaute Kirche und eine vormals der hl. Jungfrau geweihte Kapelle (1718), die 1983 in eine Totenkapelle umgewandelt wurde. Der Bau der Fahrstrasse zwischen Sitten, G. und Ayent 1892 und die Einrichtung eines Postautodienstes 1918 hatten eine Bevölkerungszunahme zur Folge. 1946 gründete der Kapuzinerpater Paul Marie ein Institut für Sonderpädagogik, aus dem das sozialpädagog. Institut Saint-Raphaël entstand. 1957 schlossen die Genossenschaft Consortage du Grand Bisse d'Ayent, die Gem. G. und das Unternehmen Swisselectro einen Vertrag für den Bau des Staudamms von Tseuzier. Das durch die Suonen (Wasserleitungen) von Ayent und Clavau bewässerte G., in dem bis ins frühe 20. Jh. Landwirtschaft und Weinbau dominierten, entwickelte sich in jüngster Zeit zur Wohngemeinde, obwohl noch immer ein Drittel seiner Bodenfläche für den Rebbau genutzt wird. 1990 wurde ein Altersheim errichtet, das rund 20 Arbeitsplätze bietet (Stand 2000). Mehr als die Hälfte der aktiven Bevölkerung von G. ist im Dienstleistungssektor, vorwiegend in Sitten, beschäftigt.


Literatur
Monographie de la commune de G. du XIIIe siècle à nos jours, 1984
– F. Maze et al., G., 1998

Autorin/Autor: Bernard Monnet / GL