Veyras

Politische Gemeinde VS, Bezirk Siders, auf einem Felsvorsprung nordöstlich von Siders gelegen, umfasst das Dorf V. mit dem Ortsteil Muzot, der an der Stelle eines verlassenen ma. Dorfs entstanden ist. 1612 Veras. 1850 65 Einw.; 1900 113; 1950 347; 2000 1'422. Im MA gehörte V. zur bischöfl. Herrschaft Siders. Vom 15. Jh. bis zum Ende des Ancien Régime bildeten die Dorfgenossen von V. mit Venthône und Miège das mittlere Drittel der Contrée Siders. Auf Prélaz de V. wurde alle zwei Jahre der Grosskastlan des Zenden Siders gewählt. Kirchlich unterstand V. der Pfarrei Saint-Maurice-de-Lacques (Mollens), ab 1882 jener von Miège, von der es sich 1946 trennte. Die neue, 1949 geweihte Kirche ersetzte die Kapelle hl. Franz von Assisi von 1676. Die Kapelle Sainte-Agnès de Muzot stammt von 1781. Rainer Maria Rilke wohnte auf der Burg Muzot, genannt Schloss, aus dem 13. Jh. Das Haus, in dem Charles-Clos Olsommer lebte, wurde 1991 in ein Museum umgewandelt. V., das sich zu einer Wohngemeinde entwickelte, war zu Beginn des 21. Jh. mit 78 ha Reben immer noch landwirtschaftlich geprägt.


Literatur
– O. Conne, La contrée de Sierre: 1302-1914, 1991

Autorin/Autor: Catherine Raemy-Berthod / ANS