Venthône

Politische Gemeinde VS, Bezirk Siders, am rechten Ufer der Rhone gelegen, umfasst das Dorf V., die Weiler Anchettes, Le Moulin und einen Teil des Weilers Darnona (der andere Teil liegt in Randogne, heute Gemeinde Crans-Montana). 1131 Venthona, dt. früher Venthen. 1850 397 Einw.; 1900 492; 1950 499; 2000 935. Gräber aus der Eisenzeit zeugen von einer frühen Besiedlung. Im MA war V. eine Herrschaft des Bischofs von Sitten, die dieser von 1131 bis etwa 1390 der Familie V. als Lehen ausgab. Die Dorfgenossen von V. gehörten bis zum Ende des Ancien Régime zum mittleren Drittel der Grossgemeinde Siders. 1660 trennte sich V. von der Kirche Saint-Maurice-de-Laques (Mollens) und bildete fortan eine eigene Pfarrei mit der 1677 errichteten Kirche Saint-Sébastien. V. ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz verzeichnet. Zu den wichtigsten Baudenkmälern zählen das Schloss Anchettes, das Haus Platea, der Turm Vareilli und der Turm V. (heute Gemeindehaus), Sitz der gleichnamigen Familie, der Ende des 12. oder Anfang des 13. Jh. gebaut wurde und 1421 an die von Raron überging. Zu Beginn des 21. Jh. machte die Rebbaufläche 43% des Gemeindeterritoriums aus. Von den 1970er Jahren an wandelte sich V. zu einer Wohngemeinde.


Literatur
– O. Conne, La contrée de Sierre: 1302-1914, 1991
ISOS VS 1.2, 2004, 545-556

Autorin/Autor: Catherine Raemy-Berthod / ANS